der mit dem Rad
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Vorbereitung

Ich muss mal auf ein vernachlässigtes Thema kommen. Die Vorbereitung einer Reise.

Erst steht die Idee, dann das Ziel, eventuell zusammen mit der Idee. Dann kommt die Begeisterung und ???? Wissen ist Macht, gar nichts wissen macht aber auch nichts. Wenn die Idee eine Idee bleibt und nicht doch realisiert wird. Spätestens dann ist Wissen gefordert oder gaaaaaaanz viel Zaster.

Fragen Sie bei Problemen ihren Beichtvater oder jemanden der Ahnung davon hat. Ahnung haben wir alle, nur Wissen? Jedes Jahr ändert sich die Welt auf ein Neues. Von den Katastrophen will ich gar nicht reden, die haben wir mit verschuldet. Nein das politische Bild und die damit verbundenen Bedingungen ändern sich ständig. Gestern noch eine Demokratie (was war das) und heute eine Diktatur. Gestern noch das Paradies und heute eine Kriegsschauplatz. Als Radreisender muss ich flexibel sein und mich auf die aktuellen Gegebenheiten vor Ort jederzeit einstellen können. Gestern bekam man eine Greencard heute braucht man ein Visum. Also, es gibt einen gewaltigen Unterschied ob man über mehrere Jahre um die Welt oder mehrere Monate durch Europa will.

Checkliste

Dennoch sind bei beiden Reisen einige Punkte im Vorfeld zu erledigt:

  • Pass und Personalausweis gültig?
  • Krankenversicherung bezahlt?
  • Erweiterter Krankenschutz im Ausland nötig?
  • Patientenverfügung und Organspendeausweis vorhanden?
  • Gesundheitscheck, Zähne, Augen, Lunge, Herz, Nieren geprüft?
  • Testament erstellt und hinterlegt?
  • Alle wichtigen Dokumente gescannt und in der Cloud für Google hinterlegt?
  • Ansprechpartner am Heimatort gefunden?
  • Postzustellung geregelt, Vollmacht zum Postempfang?
  • Wer kümmert sich um die Reste von Haus und Hof?
  • Bankenvollmacht erteilt?
  • Bankkarte, Kreditkarte vorhanden (langfristig)?
  • Daueraufträge und Lastschriften geprüft/gekündigt?
  • Mitgliedschaft beim Finanzamt gekündigt?
  • Hinz und Kunz informiert, dass man länger nicht erreichbar ist.
  • Abos und Mitgliedschaften, egal welche, gekündigt?
  • Visitenkarten aktuell und ausreichend vorhanden?
  • Fotoalbum mit Bildern von zu Hause in der Tasche?
  • Haendyvertrag geprüft und eventuell erweitert?
  • Eine Liste der Adressen und Telefonnummern von wichtigen Personen und Firmen zu Hause.
  • Kette geprüft, Bremsen geölt, Luft gewechselt?
  • Ausrüstung geprüft und verladen?
  • Ausrüstung abgeladen, neu geprüft, neu verladen?
  • Bargeld eingesteckt (lieber zu viel als zu wenig)?
  • Notrufnummer bei Unfall / Polizei
  • An alles gedacht was ich hier nicht gelistet habe?

Dann kann es ja los gehen! Nur wohin? Ihr währt nicht die ersten die sich nach dem Start Gedanken machen wo es eigentlich hingehen soll.

Sprachen

Fast hätte ich es vergessen! Mit seiner Muttersprache und englisch kommt man nicht überall durch. Wenigsten Grüßen, Danke und Bitte sollte in der Landessprache möglich sein. Für den Rest habe ich mir ein kleines Vokabelbuch in Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Polnisch, Serbisch, Bulgarisch, Russisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Tschechisch, Slowenisch, Slowakisch, Lettisch, Kroatisch, Griechisch, Rumänisch angelegt. Türkisch ist nicht notwendig, da ist Deutsch Umgangssprache. Warum dieser Aufwand? Im Verlag Langenscheid gibt es ein "Ohne-Wörter-Buch" ist eine gute Idee aber in der Handhabung nicht immer effizient. Unser Gesprächspartner hat bei seinen Antworten mit diesem Buch sein Problem.

Oder könnt ihr mir ein Symbol zeigen wie ich dem Blechbüchsenbesitzer an der Tankstelle klar machen kann, dass ich bei seinem Tankvorgang einen Liter Benzin für meinen Benzinkocher abkaufen möchte? Oder am Telefon dem Ansprechpartner zeigen kann, dass wir einen Rettungswagen brauchen?

Versuchen wir es mal mit diesem Satz: "Guten Tag, ich verstehe nicht alles!"

Hello, I do not understand all!
Bonjour, Je ne comprends pas tout!
Buenos días, yo no entiendo todo!
Bom dia, eu não entendo tudo!
Buon giorno, non capisco tutto!
Dzień dobry, ja nie rozumiem wszystkich!
Добар дан, ја не разумем све!

Ich habe Google Translator zur Hilfe genommen. Jetzt arbeiten wir noch an der Aussprache.

Aber Bange machen gilt nicht, will ich auch nicht, nur sensibilisieren!

Ich habe es und nutze es (wenn es möglich ist?)

Visa

Aus mir nicht verständlichen Gründen verlangen einige Staaten, von ihren Besucher, ein Visum. Eigentlich kann Land, genau wie Wasser, Luft und  Rohstoffe sich nicht im Privatbesitz befinden. Hier handel es sich nicht um unendliche Gegebenheiten sondern um Naturelle Grundvoraussetzungen.

Okay, wir brauchen einem Visum für das nächste Etappenziel. Nur wo ist das zuständige Konsulat?

Im Netz fand ich die Seite -> www.embassypages.com mit einer Auflistung der Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Websites und weitere Informationen für diplomatische und konsularische Vertretungen. Der Seitenbetreiber sichert eine laufende Aktualisierung zu.

Auch hier mein Rat: Macht euch spätestens vor Ort kundig ob die Angaben zutreffen. Irrtümer oder Fehlangaben sind nie auszuschließen.

Reisepass

Ein Reisepass ist Pflicht, zwei Reisepässe sind Vorsorge!

Warum zwei Pässe? Mit dem Einen bin ich unterwegs, der Zweite befindet sich auf irgendeinem Konsulat und wartet auf seinen Visaeintrag.

Oder ihr habt einen Einreiseeintrag von Nordkorea im Pass und wollt dann zur liberalen Bevölkerung der USA. Das gibt Erklärungsbedarf ohne Ende.

Grundsätzlich hat ein Reisender ein Anrecht auf zwei Pässe. Nur davor steht das Bürgeramt (ein Dienstleister zum Wohle des Bürger). Hat man dem geschlechtlosen Stadtdiener die Notwendigkeit eines zweiten Passes nähergebracht und begründet, kann man den Pass erhalten. Zur Not wechselt man den (Service) Mitarbeiter und versucht es ein paar Tage später erneut. Wenn alle Stricke reissen hilft nur noch ein Ortswechsel.

Notfall

Auch wenn es keiner wissen will, ein Notfall kann immer eintreten.

Es ist nicht unproblematisch im jeweiligen Reiseland ein funktionierendes Mobiltelefon zu bekommen und wenn man eins hat braucht man in der freien Wildbahn auch noch ein Netz. Wer das Geld hat kann auf ein Satellitentelefon zurückgreifen.

Und dann kommt das an das man erst denkt wenn es erforderlich ist. Welche Nummer rufe ich an? die 112 bzw. 110 sind uns Deutschen ins Fleisch und Blut übergegangen, funktionieren die auch im Baltikum, Dänemark, England, Finnland, Frankreich, Island, Italien, Kroatien, Liechtenstein, Mazedonien, Montenegro, Norwegen, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Serbien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ukraine ? Ja, sie gelten! In ganz Europa ist die 112 die Telefonnummer bei Unfall, für Feuerwehr und Polizei. Diese Angabe entbindet keinen Leser davon sich vor Ort über eventuelle Änderungen zu informieren.

Welche Nummer im jeweiligen Reiseland erforderlich ist erfährt man frühestens an den Grenzübergängen.

Sperrung der Kreditkarten über +49 116116. Leider meldet sich am anderen Ende erst ein Computer der zu viel wissen will bevor er tätig wird. Also im Tagebuch eine Seite mit allen Angaben zur Bank und Konto incl. der Kartennummer und Gültigkeit hinterlegen. Hat auch den Vorteil, dass euch eventuelle Straßenräuber nicht wegen irgendwelchen Geheimnummern malträtieren müssen.

Zu guter Letzt noch eine wichtige Nummer für meine Leser aus dem Ausland. Die Deutsche Vertretung im jeweiligen Reiseland erhält man über das Auswärtige Amt +49 30 1817 (0) 2000 in Berlin.

Nachfolgend habe ich 2016 im Internet nach den Notrufnummern verschiedener Länder gesucht und hier, ohne Gewähr auf Aktualität, gelistet. Es gilt weiterhin die Regel, macht euch spätestens vor Ort mit der aktuellen Nummer vertraut.

Devisen

Darüber haben wir noch gar nicht gesprochen, die Reisekasse. Wohl gefüllt und lange sprudelnd macht sie das Reisen angenehm. Einige Länder verlangen bei der Einreise den Nachweis ausreichender Devisen und das Interesse, das gastgebende Land, aus eigenem Antrieb beizeiten wieder zu verlassen. Das nenne ich echte Gastfreundlichkeit! Es ist nur Unglücklich wenn gegenüber dem Zollbeamten ein Bündel Dollarnoten aus den Strümpfen gezogen wird. Wie können uns auch gleich ein Schild umhängen: "Raubt mich aus!"

Also was machen? Unauffällig, auffällig das heimische Konto am Computer aufrufen und den letzten Kontostand vorweisen? Ist eine Möglichkeit. Dem Mitarbeiter der Einreisebehörde die gesammelten Kreditkarten vorlegen? Ist eine weitere Chance die Grenze zu passieren. Letztendlich gibt es kein ideales Mittel. Es hängt von der eigenen Überzeugungskraft ab.

Der Euro hat sich neben dem US Dollar und dem Schweizer Franken als internationales Zahlungsmittel, besser Tauschmittel, integriert. Aber eben nicht überall. Auch das Zahlen mit fremder Banknote bei Tante Emma in Hintertupfingen ist auch in Deutschland ein kleines Problem. Wir brauchen also Landeswährung.

ATM Automaten (Automated Teller Machine) sind in Europa ein kleineres Problem. In Russland, Nahen Osten und auch in den USA ist es nicht ganz so unproblematisch ein funktionierendes, williges Geldausgabegerät zu finden. Auch im 21. Jahrhundert hat sich das gute alte Postsparbuch an vielen Orten als Hilfreich erwiesen. Eine Post ist jedenfalls leichter zu finden als ein ATM. Was immer funktioniert ist Bargeld. Bargeld lacht sagt der Volksmund. Lege einem Bankangestellten 1.000 Dollar auf die Theke und je nach Reiseland ist dir eine langanhaltende, polizeiliche Diskussion über die Einreisebestimmungen von Landes- oder Fremdwährungen sicher. Alternativ bist du Millionär (in Landeswährung). Lege der Bank einen 10g Goldstück, bei einer Größe von  31 mm x 18 mm x 1 mm, auf den Tisch und du bekommst dein Money. Gold kann überall gewechselt werden, bei der Bank, beim Händler, auf dem Markt. 2016 wäre das Volumen von 5 Münzen a 2 Euro ca. 7.000 Euro in Gold. Leicht unterzubringen und immer eine eiserne Reserve.

Also was schleppe ich mit mir rum, soviel wie nötig und gerade möglich. Hauptsächlich Plastik von allen möglichen und unmöglichen Institutionen.  Wichtig ist auch der Anschluss an eine international vertretende Geldvernichtungseinrichtung (Bank). Ich denke da nicht an die Deutsche Bank, der Zug ist seit 2007 auf und davon. Ich denke eher an richtige Banken wie die HSBC oder BNP Paris mit einem internationalen Filialnetz. Als Onlinebanking hat sich die -> Ferratum und -> Comdirect in mein Auge geschoben. Und immer noch bewährt, das Postsparbuch. Comdirect hat zum Januar 2018 eine Kontogebühr von 4,90 per Monat plus Entgeld hier plus Entgeld dort plus Abhebung-  und Einzahlungsgebühren eingeführt. Die Bank hat sich selbst KO geschlagen. Ich habe meine Verbindung aufgelöst.