der mit dem Rad
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Verkehrszeichen

Verkehrszeichen, Hinweiszeichen, Wegweiser, Kuriositäten, Eigenmächtigkeiten ......

Eigentlich ist die Straßenverkehrsordnung (StVo § 39 bis § 42) relativ eindeutig. Es gibt Gebot-, Verbot,- Achtung-, Hinweisschilder. Einen riesigen Katalog und eigentlich für alle Eventualitäten etwas. Was ich so auf meinen Reisen an Phantasieschilder fand ist nicht immer lustig sondern wird zum blutigen Ernst.

Für die Radfahrer gibt es eigentlich nur fünf Schilder die uns speziell betreffen.

Zeichen 237 Radwegbenutzungspflicht

Zeichen 254 Verbot des Radfahren

Zeichen 250 Verbot für Fahrzeuge aller Art

Zeichen 244.1 und 244.2 Fahrradstraße

Zeichen 267 Verbot der Einfahrt

Die Zeichen 240 und 241, gemeinsame Nutzung als Geh- und Radweg, sowie die Zusatzzeichen (Radfahren frei) sind eine Abart für Verkehrsplaner die mal wieder vom Auto aus geplant haben, keine Verantwortung übernehmen wollen oder nicht wissen was sie eigentlich wollen.

Zeichen 244.1 ist eine gute Idee, Fahrradfahrer haben Vorrang vor den Blechbüchsen, die auf dieser Straße nur Gast sind. Das klappt noch nicht mal in Holland und Dänemark, wie soll es dann in Deutschland funktionieren?

Weiter interessant ist wer und wo Schilder aufgestellt werden. Bisher bin ich immer der Meinung gewesen, dass die Beschilderung von fach- und sachkundigen Mitarbeitern der Behörden angeordnet und installiert werden. Leider musste ich am eigenen Leibe erfahren, dass dem nicht so ist.

Auf Fehmarn werden die Radwege von einer GmbH erstellt und gepflegt. Diese ehemalige Vereinsgruppe stellt nach eigenem Ermessen dann Radwegbenutzungspflicht und Gehwegbenutzungspflicht auf. Das die Schilder nicht unbedingt in die richtige Richtung zeigen und sich nicht am Beginn sondern am Ende eines Weges befinden, wobei die Radwege aus gestampfter Asche erstellt wurden, kommt noch hinzu. Viel wichtiger ist die Frage: Lässt der Richter diese nicht rechtmäßig aufgestellten Schilder bei seiner Rechtsprechung gelten?

Geltungsdauer

Die Straßenverkehrsordnung definiert die Gültigkeit eines Verkehrszeichen bis zur kommenden Straßeneinmündung oder Aufhebung durch ein entsprechendes Verkehrszeichen.

So weit die Theorie. Jetzt kommen wir zu Zeichen 254, Verbot des Radfahren. Ich muss also absteigen, dann bin ich aber Fußgänger der ein Rad führt. Hallo Gesetzgeber! Muss ich mein Rad vor dem Schild stehen lassen, auf die Schulter nehmen oder darf ich das Rad an dem Schild vorbeischieben. Denn dann darf ich ja wieder aufsteigen denn ich bin ja jetzt Fußgänger oder darf ein Rad dieses Schild gar nicht passieren?

Wichtig: An jeder Straßeneinmündung muss der Schilderbaum erneut aufgestellt sein. Dies kann man sich zu Nutze machen.

Sonderzeichen

Daneben bin ich auf recht wudersame Soderzeichen oder besser Phantasiezeichen gestossen, die sich manche Privatperson aber auch einige Amtsesel haben einfallen lassen und uns als amtliches Zeichen verkaufen wollen.

Z 254 Phantasie

In der gesamten StVo sind mir nur zwei Schilder mit roten Querbalken bekannt, das Halteverbot (Z 286) und das Ende einer Richtgeschwindigkeit ( Z 279). Ansonsten ist mir kein weiteres Schild bewusst Ein Verbotszeichen ist eine weiße Fläche, rot umrundet.  Das Ende eines Verbotes war ursprünglich das vorhergehende Verbotszeichen in schwarz/weiss mit schwarzer Schraffur.

Irgendwann kam ein findiger Drucker auf die Idee das Verbot mit einem roten Querbalken zu unterstreichen. Nicht alle Ideen sind gut, deshalb wird sie in der aktuellen StVo übernommen.

Z 254 StVo

Dieses Schild, aufgestellt an einer frei zugänglichen Straße, drückt eine klare Diskriminierung für eine am öffentlichen Verkehr beteiligte Personengruppe aus.

So gefunden an der S-Bahnstation Poppenbüttel in Hamburg. An der Bahnüberführung sind beidseitig Rampen vorhanden. Auf halber Strecke befindet sich dann am Geländer Z 254.

Der Hintergrund zu dieser halben Sperrung ist mir schon klar, der Planer will das unkontrollierte herunterrollen und eine Gefährdung von Kinderwagen und anderen Fußgänger vermeiden. Nur die Ausführung ist mal wieder typisch a la Schilda. Nebenbei bemerkt, nimmt kein Fußgänger, Kinderwage oder Rollstuhl 200m Rampe mit 6% Steigung unter seine Füße, wenn er mit Aufzug sein Ziel unmittelbar erreicht.

Wann, jetzt gleich da hinten oder wo?

Geisterfahrer

Die Stadt Soest möchte damit die Geisterfahrer auf ihr Fehlverhalten hinweisen. Wobei die Form eher auf Achtung Unfallgefahr hinweist und die Frage nicht geklärt ist wer hier falsch fährt. Auf der "Clevischer Straße" in Soest gibt es jedenfalls einen Punkt, wo das Fahren entgegen der Verkehrsrichtung, für Radfahrer sicherer ist.

Die Planer sollten sich mal Gedanken über die Streckenführung und die Notwendigkeit der alten Kaserne machen.

Kopflose Paddler

Achtung, hier ist man kopflos! Nicht nur bei den Paddler.

Wie kann es sein, dass vor sichtbehinderten Nutzer gewarnt wird?

Eigentlich müsste es rund, weisse Grundfläche mit roten Rand und dem Symbol sein.

Tragen von Booten mit Sichtbehinderung ist nicht gestattet!

Kellner

Achtung der Service kreuzt zwischen Zapfhahn und Biertisch die Straße. Nehmen Sie Rücksicht auf unsere Einnahmen.

Worauf viel mehr zu achten ist, sind die Gäste die kopflos ihre Fahrzeuge dazwischen stellen oder unkontrolliert zum/vom Entleerungshahn torkeln.

Altona

Und sowas steht mitten auf dem Elbe Radweg in Hamburg Altona. Genauer in / an der Övelgönne parallel zum Hamburger Elbestrand.

Am schmalen Weg stehen mehrere hundert Jahre alt Häuser. Ärgerlich sind die Vorgärten die durch einen begehbaren Trampelpfad von den Wohnhäuser getrennt sind. Die Anwohner nutzen diesen Weg und zeigen dabei militante Allüren gegen jeden der nicht zu dieser Siedlung gehört. Dem Radfahrer steht als inakzeptable Alternative die 126 Treppenstufen höher gelegene und unzumutbare Elbchaussee zur Verfügung.

Auch hier werden Planungsfehler aus der Vergangenheit auf dem Rücken der Anwohner und Nutzer abgeschoben.

Willkau-Haßlau am Dorfplatz. Der Übergang mündet links auf die Bundesstraße 93 und rechts auf einem Platz der als Parkplatz befahren wird. Warum soll ich dann absteigen?

Radfahrer absteigen

Wenn ich diesen geistigen Unfug am Straßenrad sehe kann ich nur schmunzeln. Es ist ein Ergänzungsschild das in Verbindung mit einem Verkehrszeichen verwendet werden kann und sollte.

Komme ich also an, in der aktuellen Ära gerne verwendete Schilderkombination, bin ich von dem Moment an ein Fußgänger. Also schiebe ich auch hier mein Rad am Schild vorbei und dann? Ich bin doch Fußgänger und ein "Ende Radfahrer absteigen" ist in der StVo nicht vorgesehen und geregelt. Also kann ich wieder aufsteigen und weiter fahren. Hat nebenbei einen positiven Effekt. Als Fußgänger mir einem zu schiebenen Rad bin ich mindestens um Faktor 1,5 breiter als ein Radfahrender der damit weniger Verkehrsraum belegt.

So weit zur Theorie. Die Ordnungskräfte sehen das ganz anders und legen selbst fest, wo "Radfahrer absteigen" endet. Je nach Gegebenheit könnte eine Strafanzeige sogar zum Erfolg führen, wenn die Person in Schwarz nicht schon wieder den Kaffee auf hat! Auf allen meinen Touren ist es mir einmal untergekommen. das Radfahrer absteigen mit einer Entfernungsangabe gekoppelt war. Endlich mal ein Planer der wenigstens halbwegs mit gedacht hat. (Hätte er voll mitgedacht wäre das Schild nicht notwendig.)

Fuldaradweg

vollkommen Daneben

Und sowas gibt es auch noch.

Da fragt man sich wirklich, was die verantwortlichen in der Schule gelernt haben? Singen und Tanzen?

Ende des gemeinsamen Geh- und Radweg. auf einem ausgewiesenen Radwander-Rundweg. Entsprechend der Beschilderung ist für uns hier Schluss mit strampeln.

Elberadweg

Eigentlich würde ein achteckiges STOP genau das erreichen, was der Verkehrsplaner sich dachte als er diesen Baum in Auftrag gab.

Zu finden? Elberadweg quert die Dornbuscher Hafenstraße .

Nein, wir sind noch nicht in Ostfriesland.

Rudi Radlos

Alle Verkehrsteilnehmer sind gleich, oder auch nicht?

Das war meine Überlegung für mein Logo. An erster Stelle stehen die Fußgänger und da die Kinder und Gebrechlichen.

Ohne Ausnahme! Ein Personenkraftwagen ist nicht besser als ein Lastkraftwagen und ein Motorrad, egal ob mit oder ohne Seitenwagen auch ein Motorroller und ein Kleinkraftrad haben kein Anrecht auf Privilegien. Kleinlaster, sprich Zustellfahrzeuge sowieso nicht und Spediteure ob groß oder klein überhaupt nicht. Selbst den Einsatzfahrzeugen der Nachtblauen spreche ich ihr Sonderrecht ab. Wenn ich so manches Mal beobachte, mit welch rücksichtsloser Intoleranz diese Fahrzeuge durch die Gegen brettern muss ich immer an die LKWs aus Litauen denken.

Ja, am Ende der Nahrungskette gibt es dann noch die Radfahrer die Irgendwann vergessen wurden und nun ein Schattendasein fristen.

Links

Wikipedia ->Radverkehrsanlagen

Wikipedia ->Verkehrszeichen

StVo -> Straßenverkehrsordnung

Bernd Slukas ist Pflichtlektüre -> Bernd Slukas Heimatseite