der mit dem Rad

Pflege

Erich Kästner meinte einst: "Das meiste auf der Welt geht nicht durch Gebrauch kaputt, sondern durch Putzen."

Wie recht er doch hatte. Also vermeiden wir den Aufwand des Putzen und schützen unsere Sachen gegen Verschmutzung. Und wenn wir doch mal ran müssen, dann richtig.

Radwäsche

Das anfallende Waschwasser, beim Reinigen meines Rades, gehört nicht in den Straßengulli. Warum eigendlich nicht? Das was wir abwaschen ist doch der Straßendreck mit dem wir täglich konfrontiert werden.

Wie so oft durch Zufall fand ich eine Anfrage an den Hamburger Senat ->(22-5316) bezüglich der Wäsche von Fahrrädern im Stadtgebiet. Ich glaube die Antwort trifft auf alle Gemeinden zu. 

Zitat in leicht gekürzter Form:

"Der Senat teilt mit, dass Schmutzwasser, welches beim Waschen von Fahrrädern anfällt, grundsätzlich dem Schmutz- bzw. Mischwassersiel(1 zugeleitet werden muss. Dies gilt auch bei einer Reinigung des Fahrrades mit klarem Wasser, da die Reinigung gerade dazu dient, Schmutz vom Fahrrad zu entfernen. Damit ist die Fahrradwäsche auf Flächen, die an die Regenentwässerung angeschlossen sind, wie z.B. auf Parkplätzen und öffentlichen Wegeflächen, ausgeschlossen, da die Regenentwässerung in der Regel als Ableitung in Gewässer erfolgt und das Ableiten von Schmutzwasser über die Regenentwässerung somit zu einer Gewässerverunreinigung führen würde.

Des Weiteren dürfen öffentliche Wege grundsätzlich im Rahmen ihrer Widmung genutzt werden. Eine Nutzung zu anderen Zwecken wie dem Reinigen und insbesondere dem Waschen von Fahrrädern gehört nicht dazu und ist somit nicht zulässig.

Weiterhin heißt es, Fahrräder sollten grundsätzlich ohne Einsatz von Wasser gereinigt werden. Sofern die Verschmutzung so stark ist, dass eine Reinigung mit Wasser erfolgen muss, sollte die Reinigung nur mit wenig Wasser, Eimer und Putztüchern, erfolgen und das anfallende Abwasser über eine Entwässerungsanlage wie z. B. ein Ausgussbecken des Wohnhauses dem Schmutzwassersiel zugeführt werden." Tolle Idee. Verstopfe ich mit dem Schlammwasser auch noch den Ausguss, sprich den Toilettenschacht denn einen Ausguss wie im 19. Jahrhundert hat kaum noch ein Haus. Das erinnert mich an eine Anweisung aus dem Kleingarten. Schmutzwasser ist über die ->Komposter zu entsorgen damit eventuelle ->Tenside oder Idiotenside ausgewaschen werden. Diesen kontaminierten Kompost bringe ich dann als Dünger auf die Beete, und die Idiotenside und Tenside sind dann tod?

Es würde mich interessieren wie der Senat reagiert wenn ich seine Blechbüchsen mit Gummiwülste, ohne Wasser, nur mit trockenen Tücher reinige. Die Kratzer im "heiligen Blechle" gehen ja überhaupt. Nur zur Erinnerung: Den Schmutz den wir vom Rad abwaschen ist der Dreck den wir von den Straßen aufnehmen der bei Regen in den Straßengulli entweicht. Irgendwie ist da wieder die Katze mit ihrem Schwanz unterwegs. Den Vorschlag, die Verschmutzung mit einem Tuch abzuwischen stufe ich in die Kategorie "Schwachsinnige Ideen" ein.

"Der für Abwasser zuständigen Behörde sind keine Betriebe(2 bekannt, die die Fahrradwäsche anbieten. Betriebe, die Fahrradwäsche als besondere Dienstleistung anbieten wollen, müssten sich an die zuständige Behörde wenden, um die Voraussetzungen für die Abwasserableitung zu klären." - Wir schieben den Schwarzen Peter weiter zu einer anderen "Fach"kompetenz.

1. Mit einem ->Siel wird in Hamburg die ->Kanalisation bezeichnet.

2. Schaut man sich nicht um, kann man auch nichts sehen.

Auf dem Markt werden Waschanlagen speziell für Fahrräder angeboten. Gefunden habe ich ->Wintersteiger und ->clean-your-bike mit Waschvollautomaten. Wäre doch eine Marktlücke für unsere ach doch so verrückte Fahrradstadt???

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Wovon ich dringend abrate: "Ich fahre mal in die Waschstraße und lasse den Dampfstrahler drüber laufen!"

Die Fahrräder sind dafür nicht konzipiert. Die Scheinwerfer sind nur bedingt wasserdicht. Die Tretlager und Lager im Steuerkopf gar nicht. Selbst die heute verbauten Industrielager geben auf Dauer dem Dampfstrahler nach. Damit werden die notwendigen Lagerfette ausgewaschen und der nächste Lagerschaden ist bestellt. Nebenbei werden die grundlegenden Schmiermittel der Schaltung und der Antriebskette abgewaschen. Von Beschädigungen am Lack will ich gar nicht reden. Die Lackhaftung am Fahrrad entspricht längst nicht den ->automotiven Anforderungen eines Gitterschnitt- Test.

Kettenpflege

Die Kette ist mit eins der höchst beanspruchten und auch in vielen Fällen das schlechtgepflegteste Bauteile am Rad. Sieht die Kette erst so aus, hilft nur noch viel Petroleum, Bremsen- oder Kaltreiniger. Hier ist viel Geduld gefordert. Besser wäre alles runter und neben Zahnkranz und Ritzel die Kette zu wechseln. Vorbeugung ist das Zauberwort.

Im Handel gibt es Geräte zum reinigen und pflegen der Kette. Ab in den Müll damit. Sie sehen zwar funktionell aus, mehr aber auch nicht. Das Reinigen dieser Geräte ist aufwendiger als das Reinigen einer Kette mit einer alte Zahnbürste, Putzlappen, Petroleum und Öl.

Je nach Straßenbelag, Wetterverhältnisse, Wegstrecke und noch tausend anderen Eckpunkten wird die Kette, das Ritzel und Kettenblatt sowie der Kettenspanner mit der Zahnbürste und Petroleum, eventuell auch Benzin, gereinigt. In ganz hartnäckigen Fällen greife ich auch mal zum Kaltreiniger, dann muss es aber wirklich extrem sein. Eigentlich wäre es nach jeder Regenfahrt auf Hamburgs Straßen notwendig.

Wann erhält meine Kette die Minimalpflege? Bin ich auf Tour eigentlich jedes Mal am neuen Zielpunkt. Das geht relativ einfach und schnell. Zahnbürste an das reinigende Element anlegen und die Kurbel drehen. Dann Öl auf die Kette träufeln, dabei auch die Kurbel drehen und anschließend den Überschuss mit dem Putzlappen abwischen. Zum Durchlauf der Kette auf ihrer gesamten Länge genügt 3- bis 4mal drehen an der Kurbel.

Es ist egal welches Öl man verwendet. Hauptsache es bleibt geschmeidig, hat eine gute Kriechwirkung, verharzt nicht, verdrängt Feuchtigkeit, schützt vor Korrosion, mindert den Verschleiß, erhöht die Lebensdauer und kostet nicht die Welt. Ich verwende in der Regel das Restöl nach dem Ölwechsel meiner Rohloff. Ist das nicht mehr vorhanden verwende ich einfaches Nähmaschinenöl. Ist das auch zur Neige gegangen habe ich mir aus der Autowerkstatt (zur Beachtung, nicht Blechbüchsenwerkstatt) mal Getriebeöl abzweigen lassen.

Ballistol Waffenöl alternativ Ballisol Universalöl  ist für mich das Nonplusultra aber für eine Kette zu schade und leider nicht geeignet. Dank seiner reinigen Wirkung ist Ballistol zur Kettenpflege ungeeignet. Ballistol kommt an die Züge, den Ledersattel, Schürfwunden, dem wunden Po und alles andere was klemmen oder quietschen könnte. Das von Ballistol angebotene Pflegeprogramm zur Fahrradkette "Bike-X-Lube Ganzjahres-Kettenöl" ist mir bisher noch nicht untergekommen, also bleibe ich bei meinem Altöl.

Tödlich für alles am Fahrrad ist WD40. Dieses Wundermittel taugt als Etikettenlöser aber nicht zur Schmierung und zum Werterhalt.

Im Internet findet man genügend Filme zu diesem Thema.

Fahrradkette wie neu

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Schmutzfänger

Grrrrrrrrr, immer dieser Ärger mit dem Schlamm. Beim schönsten Sonnenschein eine kleine Spritztour unternehmen kann schnell zu einem Ärgernis werden. Spätestens wenn auf der Rückfahrt die himmlischen Schleusen sich öffnen und die Reifen bei jeder Umdrehung Wasser und Schlamm hochwerfen. Nicht nur die Schuhe, auch der Rahmen sieht aus wie eine Defactora.

In der guten alten Zeit gab es im Zubehör Schmutzfänger (neudeutsch: Spoiler) aus Weichgummi, die an den Streben zur Schutzblechbefestigung eingehängt wurden. Obwohl ich allen möglichen und unmöglichen Händlern ein Muster vorlegen kann, ist dieses nützliche Zubehör nur Schwer zu bekommen. Selbermachen ist angesagt, nur wie und aus was? Aus alten Reifen, alternativen Schutzblechen, ich habe im Netz vielfache Anregungen gefunden. Hier nun eine Lösung von mir. Kosten? 2,99 Euro plus ein paar Kabelbinder.

Beim Bummeln im Outdoor (blöder Name für ein Zeltgeschäft) fand ich Schutzschilder: "Rennrad Schutzblech Flash - Schützt das Gesäß und den Rücken vor Schlammspritzer - Einfaches Auf und Abbauen". Mit ein wenig Phantasie und zwei Kabelbinder habe ich nun meinen Schmutzfänger am Vorderrad der zukünftig nicht mein Gesäß aber meinen Rahmen, Schuhe und Hose vor Schlammspritzer (bedingt) schützen wird.

Alternativ fand ich unter dem Begriff Spritzlappen eine ähnliche Lösung für 9,90 Euro bei einem in Bocholt ansässigen Händler.

Die kommende Optimierung wird dahin gehen, dass dieser "Flash" an der Haltelasche des Radschutzes direkt angeheftet wird. Auch bin ich mir noch nicht sicher, ob die innere Befestigung  optimal ist. Die jetzige Befestigung war jedenfalls simpel und schnell bewerkstelligt.

Die letzten Fahrten haben gezeigt, dass es funktioniert.

Nebenbei hat sich bei meiner Befestigungsart ein positiver Aspekt ergeben. Der Schmutzfänger oder Spritzlappen oder Spoiler oder wie man ihn nennen will, schiebt sich beim Aufsetzen an einem Hindernis, zum Beispiel an Treppen oder Bordstein, am Radlauf nach oben. Einem Bruch ist daher vorgesorgt. Bei der Befestigung direkt an der Speichenstrebe ist keine Dynamik gegeben und ein Bruch vorhersehbar.