der mit dem Rad
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Pflege

Erich Kästner meinte einst: "Das meiste auf der Welt geht nicht durch Gebrauch kaputt, sondern durch Putzen."

Wie recht er doch hatte. Also vermeiden wir den Aufwand des Putzen und schützen unsere Sachen gegen Verschmutzung. Und wenn wir doch mal ran müssen, dann richtig.

Kettenpflege

Die Kette ist mit eins der höchst beanspruchten und auch in vielen Fällen das schlechtgepflegteste Bauteile am Rad. Sieht die Kette erst so aus, hilft nur noch viel Petroleum, Bremsen- oder Kaltreiniger. Hier ist viel Geduld gefordert. Besser wäre alles runter und neben Zahnkranz und Ritzel die Kette zu wechseln. Vorbeugung ist das Zauberwort.

Im Handel gibt es Geräte zum reinigen und pflegen der Kette. Ab in den Müll damit. Sie sehen zwar funktionell aus, mehr aber auch nicht. Das Reinigen dieser Geräte ist aufwendiger als das Reinigen einer Kette mit einer alte Zahnbürste, Putzlappen, Petroleum und Öl.

Je nach Straßenbelag, Wetterverhältnisse, Wegstrecke und noch tausend anderen Eckpunkten wird die Kette, das Ritzel und Kettenblatt sowie der Kettenspanner mit der Zahnbürste und Petroleum, eventuell auch Benzin, gereinigt. In ganz hartnäckigen Fällen greife ich auch mal zum Kaltreiniger, dann muss es aber wirklich extrem sein. Eigentlich wäre es nach jeder Regenfahrt auf Hamburgs Straßen notwendig.

Wann erhält meine Kette die Minimalpflege? Bin ich auf Tour eigentlich jedes Mal am neuen Zielpunkt. Das geht relativ einfach und schnell. Zahnbürste an das reinigende Element anlegen und die Kurbel drehen. Dann Öl auf die Kette träufeln, dabei auch die Kurbel drehen und anschließend den Überschuss mit dem Putzlappen abwischen. Zum Durchlauf der Kette auf ihrer gesamten Länge genügt 3- bis 4mal drehen an der Kurbel.

Es ist egal welches Öl man verwendet. Hauptsache es bleibt geschmeidig, hat eine gute Kriechwirkung, verharzt nicht, verdrängt Feuchtigkeit, schützt vor Korrosion, mindert den Verschleiß, erhöht die Lebensdauer und kostet nicht die Welt. Ich verwende in der Regel das Restöl nach dem Ölwechsel meiner Rohloff. Ist das nicht mehr vorhanden verwende ich einfaches Nähmaschinenöl. Ist das auch zur Neige gegangen habe ich mir aus der Autowerkstatt (zur Beachtung, nicht Blechbüchsenwerkstatt) mal Getriebeöl abzweigen lassen.

Ballistol Waffenöl alternativ Ballisol Universalöl  ist für mich das Nonplusultra aber für eine Kette zu schade und leider nicht geeignet. Dank seiner reinigen Wirkung ist Ballistol zur Kettenpflege ungeeignet. Ballistol kommt an die Züge, den Ledersattel, Schürfwunden, dem wunden Po und alles andere was klemmen oder quietschen könnte. Das von Ballistol angebotene Pflegeprogramm zur Fahrradkette "Bike-X-Lube Ganzjahres-Kettenöl" ist mir bisher noch nicht untergekommen, also bleibe ich bei meinem Altöl.

Schmutzfänger

Grrrrrrrrr, immer dieser Ärger mit dem Schlamm. Beim schönsten Sonnenschein eine kleine Spritztour unternehmen kann schnell zu einem Ärgernis werden. Spätestens wenn auf der Rückfahrt die himmlischen Schleusen sich öffnen und die Reifen bei jeder Umdrehung Wasser und Schlamm hochwerfen. Nicht nur die Schuhe, auch der Rahmen sieht aus wie eine Defactora.

In der guten alten Zeit gab es im Zubehör Schmutzfänger (neudeutsch: Spoiler) aus Weichgummi, die an den Streben zur Schutzblechbefestigung eingehängt wurden. Obwohl ich allen möglichen und unmöglichen Händlern ein Muster vorlegen kann, ist dieses nützliche Zubehör nicht mehr zu bekommen. Selbermachen ist angesagt, nur wie und aus was? Aus alten Reifen, alternativen Schutzblechen, ich habe im Netz vielfache Anregungen gefunden. Hier nun eine Lösung von mir. Kosten? 2,99 Euro plus ein paar Kabelbinder.

Beim Bummeln im Outdoor (blöder Name für ein Zeltgeschäft) fand ich Schutzschilder: "Rennrad Schutzblech Flash - Schützt das Gesäß und den Rücken vor Schlammspritzer - Einfaches Auf und Abbauen". Mit ein wenig Phantasie und zwei Kabelbinder habe ich nun meinen Schmutzfänger am Vorderrad der zukünftig nicht mein Gesäß aber meinen Rahmen, Schuhe und Hose vor Schlammspritzer (bedingt) schützen wird.

Alternativ fand ich unter dem Begriff Spritzlappen eine ähnliche Lösung für 9,90 Euro bei einem in Bocholt ansässigen Händler.

Die kommende Optimierung wird dahin gehen, dass dieser "Flash" an der Haltelasche des Radschutzes direkt angeheftet wird. Auch bin ich mir noch nicht sicher, ob die innere Befestigung  optimal ist. Die jetzige Befestigung war jedenfalls simpel und schnell bewerkstelligt.

Die letzten Fahrten haben gezeigt, dass es funktioniert.

Nebenbei hat sich bei meiner Befestigungsart ein positiver Aspekt ergeben. Der Schmutzfänger oder Spritzlappen oder Spoiler oder wie man ihn nennen will, schiebt sich beim Aufsetzen an einem Hindernis, zum Beispiel an Treppen oder Bordstein, am Radlauf nach oben. Einem Bruch ist daher vorgesorgt. Bei der Befestigung direkt an der Speichenstrebe ist keine Dynamik gegeben und ein Bruch vorhersehbar.