der mit dem Rad

Pendix

Mittelmotor, made in Zwickau.

Den Pendix Motor gibt es nur in einer Leistungsstufe. 42 Volt bei 250 Watt und 50 Nm.

Die Variation liegt beim Akku. 300 oder 500 Watt das ist hier die Auswahl.

Preislich im Bereich eines guten neuen Fahrrades und damit jenseits mancher Vorstellungskraft.

Pendix gibt das Systemgewicht mit 6,9 kg an. So wird aus einem leichten Pflitzer schnell ein schweres Rad.

Ich habe mich für den 500 Watt und 2 x 300 Watt Akku entschieden.

Anmerkung zu diesen Blog: Er ist dynamisch gewachsen und unterliegt der laufenden Änderung. Bei einigen Punkten habe und werde ich Pendix anzählen um irgendwann zu erkennen das der Rufer doch gehört wurde. Es stellt sich die Frage; Korrektur oder Ergänzung? Ich werde Ergänzen.

Erfahrungen

Fast zwei Jahre mit Pendix und ich bin vom Fahrverhalten immer noch begeistert. Ich gebe zu, ich kann und will gar nicht mehr ohne. Die Rohloff habe ich zwischenzeitlich von Rohbox auf Drehgriff und wieder zurück gerüstet. Anfahren im 9. Gang und dann durchschalten bis zum 12. oder gar 14. Gang war mit der Rohbox in der gewünschten Schnelligkeit nicht gegeben. Jetzt habe ich mich daran gewöhnt und mein Schaltverhalten von "brutal" aus "souverän" geändert. Eine Sturmfahrt mit Windstärke 10 wurde zu einem Kinderspiel und Stromfresser.

Leider hat sich Pendix, obwohl ich direkt vor Ort meine Wünsche und Anregungen persönlich vortrug, bis heute nicht geräuspert oder was gezeigt. Ich habe ja nie gesagt das ich die Änderungen kostenlos haben möchte, nur für den Anschaffungspreis und der Marktakzeptanz habe ich da mehr Flexibilität erwartet. Bezüglich meiner Erfahrungen und den Optimierungen habe ich mich im Vorfeld bei Penix gemeldet. Um meinen Anregungen ein Gesicht zu geben bin ich selbst bei Pendix in Zwickau vorstellig geworden und habe meine Anregungen und auch die Kritiken mit Lösungsansätzen persönlich vorgetragen. Die Resonanz war bisher wenig erfolgreich und damit für mich unerfreulich. Ich habe Pendix unentgeltlich meine aktive Hilfe angeboten. Mehr kann ich nicht machen.

Wie erwartet und dennoch enttäuscht, bin ich von der Reichweiter der Thermoskanne (Akku 500 W). Unter strikter Einhaltung des Modus ECO und einer langen Überlandfahrt mit relativ wenigen Stopps habe ich es dann geschafft die 110 km zu erreichen. Weit weg von den Zugesagten 160 km. Mit voller Ausrüstung kam ich dann immer noch auf knapp 80 km. Es ist nicht das was ich mir vorgestellt habe aber gleichwertig mit dem Wettbewerb. Auch der Boschmotor meines Nachbarn ging da in die Knie.

Nach zwei Jahren mit Pendix muss ich nun doch mal Dampf ablassen. Service, Kundenorientierung, Dokumentation, Wahrheitsgehalt der Homepage, Informationen an Bestandskunden? Mit einem Wort: Kundenpflege! Für die Geschäftsleitung von Pendix anscheinend ein Fremdwort. Schön im schwarzen Anzug mit einheitlichem Binder präsentieren sich die Herren, ohne Dame, auf ihrer Seite. Sie sollen sich nicht selbst loben sondern den direkten Kontakt mit ihren Kunden suchen! Leben muss ich jedenfalls den Support. Bisher erhielt ich bei allen Fragen eine fachliche Antwort.

Dieser Wehmutstropfen hat mich nicht davon abgehalten ein weiteres Rad mit einem Pendix Antrieb zu versehen. Diesmal habe ich die 600er Variante gewählt. Meine Idee war den zweiten 300er Akku als Reservetank zu betrachten. Ich muss sagen: "Es war ein Fehler!" Ein 500er Akku hätte mir bei geringeren Gewicht annähernd die gleiche Leistung gebracht. Als Empfehlung: Lieber einen 500er oder eventuell zwei davon, als 2 mal einen 300er. Es sei denn, das Antrieb wird nicht für große Überlandfahrten genutzt sondern für die täglichen Besorgungen im Stadtverkehr und direkt wieder geladen.

APP

Ich hatte nach einem Funktionsschalter Zur Bedienung vom Lenker gefragt. Was wird angeboten? Eine App mit Navi ala Google und ein wenig Systeminformationen. Zwischenzeitlich wurde bei mir ein Systemupdate gefahren, so dass ich die App nun auch bei meinem älteren Akku nutzen kann. Ich habe bisher keine Notwendigkeit gesehen diese App im Fahrbetrieb dauerhaft zu aktivieren. Da einige dringende Funktionen nicht unterstützt werden wie z.B.

- aktivieren / deaktivieren des Beleuchtungsringes

- verkürzen der Standby von 1 Stunde auf erheblich weniger.

- anpassen der Leistungen in Prozent für die drei Leistungsstufen.

- deaktivieren des Bluetooth, aktiveren klappt vorbildlich.

Als Navi ist die Software überflüssig. Okay, Trittfrequenz und Kapazität sind neben der Fahrgeschwindigkeit interessant. Was soll ich im Fahrbetrieb mit solch einer App die mir nichts Neues bietet? Das ist eine Technologie die am Einsatzzweck vorbeigeht! Das sichere verändern der aktuellen Fahrstufe und auch das Aktivieren oder Deaktivieren des Systems ohne APP ist erforderlich!

Und was die App eventuell wirklich kann können nur die Nutzer ab Baureihe Juli 2018 in Erfahrung bringen. Sie unterstützt nicht die Seriennummern bis Juni 2018 . Eventuell zum Jahresende oder später oder auch gar nicht, wer weis?

Ladegerät

Ich bin viel unterwegs und schleppe dann 2,9 kg zusätzlichen Ballast in Form eines Ladegerätes mit, das nebenbei bemerkt, nicht IP66 entspricht. Stundenlang haben wir den Fehler gesucht, warum ständig der FI-Schalter (Fehlerstrom-Schutzschalter) ansprach. Die Luftfeuchtigkeit im Biwak hat gereicht das Ladegerät tot zu legen. Nebenbei hat sich der Kälteschutzstecker in seiner mitgelieferten Bauform als Schwachstelle herausgestellt. 150 Tage auf Reise, 150 mal das Netzgerät verpackt und wieder angeschlossen, 150 mal den Stecker ein und abgezogen haben dazu geführt das die Kontakte ausleierten und keine schlüssige Verbindung mehr erreichten. Das Ärgernis war mit dem Erwerb eines neuen Kabel einfach zu beheben.

Daraus entstand dann eine simple Ladestation. Aus dem Baumarkt einen Schukostecker mit Schaltwippe, ein wenig 3 x 1,5 plus eine doppelte Schukodose. Fertig! Jedenfalls ist jetzt, wie beim Stecker ziehen, sichergestellt das alle Phasen sauber getrennt und das Ladegerät nicht ständig in Bereitschaft Strom verbraucht.

In dem Zusammenhang habe ich auch das meterlange Ladekabel auf ein erträgliches Maß gekürzt. Der ewige Knoten ist jetzt Geschichte.

Fahrverhalten

In seinen drei Leistungsstufen setzt der Motor jeweils gefühlvoll aber merklich mit seiner Unterstützung ein.

Im Unterschied zum Bafang springt Pendix nicht unmittelbar nach der erste Kurbelbewegung an. Beim Anfahren ist daher eine gute Vorwahl des ersten Ganges notwendig. Pendix unterstützt und treibt nicht an. Da meine Räder über eine Rampe ins Freie gelangen, würde ich eine Schiebehilfe begrüssen.

In der Stufe ECO kann ich dann gemütlich mit dem fußläufigen Verkehr mit gleiten und mit ein, zwei schnelle Tritten aus Problemzonen entweichen.

In der Stufe SMART sieht das schon anders aus. Der Motor drückt mich nach vorn, so dass ich höher schalte um den Schub mit einer gesteigerten Geschwindigkeit zu nutzen.

In SPORT gibt es kein Pardon mehr. Der Motor drückt bis zu den 25 km/h und verlangt von der Rohloff den entsprechenden Gang um seine Kraft auch einzusetzen. Dennoch ist mit der richtigen Trittfrequenz ein entspanntes Gleiten möglich.

Aus Spaß habe ich mir erlaubt einige Rampen von diversen Parkhäusern zu erklimmen. Selbst in ECO, mit dem richtigen Gang an der Rohloff, ist eine gleichmäßige und zügige Auffahrt möglich. Im SPORT musste ich aufpassen, dass ich die vorausfahrende Blechbüchse nicht bedrängte.

Störungen im Fahrverhalten

Störungen im Fahrverhalten sind das unvermeidliche Bremsgefühl bei Fahrten über 25 km/h und das eventuell auftretende Schlagen in der hohen Unterstützungsstufe.

Das Bremsgefühl ergibt sich
A: durch die fehlende Unterstützung oberhalb 25 km/h.
B: durch ein mechanisches Problem.

An A können wir nichts ändern. Bei B sollte die Verschraubung des Tretlagers überprüft werden. Pendix gibt für die rechte Seite ein Drehmoment von 15 Nm vor. Diese Angabe stammt noch aus der Zeit als die Verschraubung aus Kunststoff war und ein erhebliches Eigenmoment aufwies. Die neuen ALU- Verschraubungen neigen eher zum Selbstlösen. Ich habe zur Schraubensicherung und einem höheren Drehmoment von 25 Nm gegriffen.

Das Schlagen entsteht durch eine Überlagerung von Wunsch und Technik. Die Technik meldet: "Gib dem Motor mehr Leistung!" - Der Wunsch zum Bremsen unterdrückt das Treten. Ergebnis: Zwei kontra produktive Leistungen treffen aufeinander und müssen sich gegenseitig aufheben.

Beschaffung - Montage

Mein Händler ->Fahrrad Dulsberg in Hamburg, verfügt über das fachliche knowhow und den erforderlichen Werkzeugen. Werkzeug ist übertrieben, wichtig ist die Führungshülse zum Einbau des Tretlagers. Wobei da auch die innere Rolle eines weltberühmten Toilettenartikels einmalig helfen kann. Alles andere sind Grundwerkzeuge einer jeden Werkstatt. Wobei es sich bei dem Lagerschlüssel um ein Truvativ Innenlagerwerkzeug ISIS Drive bzw. Shimano BBT18 handelt.

Der Einbau ist  sowas von Simpel, bis auf die Kabelführung des Umdrehungssensors und dem Drehmomentaufnehmer. Hier ist Sorgfalt, Sorgfalt und Fingerspitzengefühl gefordert. Beim Eindrehen ins Lagergehäuse schleifen die Kabel am Gewinde des Tretlagergehäuses und können bei zu geringen Spiel schnell beschädigt werden. Damit ist das Tretlager nicht mehr verwendbar und muss ausgetauscht werden.

Kosten €140,00 plus Montage. Daher der Einsatz der Führungshülse, mit der es auch nicht ganz unproblematisch ist.

ACHTUNG! Keinen Kontakt mit irgendwas magnetischen. Der Magnetstreifen einer Checkkarte reicht um den Drehmomentsensor im Tretlager zu irritieren. Festzustellen mit der Serviceapp beim Händler. Ein Volt kleiner 2,4 V zeugt von einem zerstörten Magnetfeld und ist ein Totalschaden des Tretlager.

Ein weiterer Aspekt ist aufgefallen. Lässt sich die Führungshülse ohne Tretlager, nicht ganz durch den Lagersitz schieben ist die Lageraufnahme im Rahmen nicht sauber gearbeitet. Zum Beispiel Verzug durch das Schweißen. Das Pendix Tretlager lässt sich zwar montieren, es tritt nur das Phänomen auf ständig mit gezogener Handbremse zu fahren. Das Lager wird verklemmt montiert.

  • Ein kleiner Kratzer führt zum Totalausfall

Das Kabel für den Umdrehungssensor, oder auch Kontaktgeber, am Hinterrad ist mit 29 cm sehr knapp bemesse. Es hat mehrere Anläufe, Einstellung und den Wechsel auf die 58 cm Ausführung benötigt, um ein befriedigendes Ergebnis zu erreichen. Das Optimum erreiche ich nach Ablauf der Garantie, dann tritt der Lötkolben in Aktion.

In der Montageanleitung gab/gibt es eine Irritation bei der Montage des Kontaktgeber und dem Speichenmagnet. Die ursprüngliche Ausführung war eine Halteplatte plus der Kontaktgeber, die erst verschraubt werden mussten. Hier war der Speichenmagnet auf der Markierung am Gehäuse des Kontaktgeber zu positionieren.

Bei der neuen Ausführung (07/2018) ist der Kontaktgeber mit der Halteplatte aus einem Stück gefertigt. Hier ist der Speichenmagnet auf die runde Markierung zu positionieren.

Aus der nahen Distanz betrachtet kann ich nur sagen: "Bange machen gilt nicht!"

Montageanleitung

Die Pendix ->Montageanleitung war / ist, für den Endverbraucher, auf der Homepage von Pendix vorhanden.

Seit dem Jahresbeginn 2019 verkauft Pendix sein System zum Ladenpreis direkt an den Endverbraucher und überlässt ihm die Montage. Ich kann hier nur warnen und den zukünftigen Nutzer an den Händler seines Vertrauen verweisen. Pendix bietet zwar viel an, hat sich aber nicht darüber ausgelassen wie sie eventuelle Reklamationen oder Reparaturen abwickeln will. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Händler, der nichts verdient hat, auch keine Garantie gewähren wird. Ich sehe schon die Pendix- Nutzer in einer Schlange nach Zwickau reisen.

Anmerkung: Es gibt da Grundsatzurteile, welche zusätzlichen Kosten der Anbieter in Falle einer berechtigten Reklamation zu decken hat.

Passt nicht

Ein Pendix der nicht passt soll es angeblich nicht geben. Bisher haben wir in jeden Rahmen, angefangen beim Cityrad bis hin zum Faltrad den Motor und den Akku montiert bekommen. Was in 99% aller Fälle auf der Strecke bleibt sind die Befestigungsösen für die Getränkehalter. Hier ist handwerkliches Geschick oder der #Markt gefordert.

Aus Rückmeldungen ist mir bekannt, dass der Pendix nicht ohne erhebliche Probleme in Handbike verwendet werden kann. Bei der ersten Fahrt werden Motor, Akku und Rad miteinander kalibriert. Was bei der Kalibrierung im einzelnen abläuft kann ich nicht sagen. Ich vermute, da das Tretlager ein Drehmomentaufnehmer beinhaltet und dieser mit dem Motor direkt kommuniziert, dass hier eine Kräfteabstimmung erfolgt. Jedenfalls lässt sich kein Pendix auf dem Montageständer kalibrieren. Er muss etwa 200 m gefahren werden.

Dabei muss am getriebenen Rad ein Drehmoment aufgebaut werden, der auch im Fahrbetrieb mit einem Handbike nicht ohne Aufwand zu erreichen ist. In einem Fall haben wir erst alles in ein normales Rad eingebaut, haben als Radgrösse die Radgrösse vom Handbike angegeben, sind die 200 Meter für die Kalibrierung gefahren und dann ist alles ins Handbike montiert worden. Hat funktioniert. Auch an dieser Stelle muss Pendix angezählt werden. Mangels Informationsmaterial stellt sich Pendix da ins Abseits.

Anpassung

Pendix liefert die Motoren entsprechend der Radgröße voreingestellt. Der Händler ist in der Lage die Radgröße bei einem Wechsel anzupassen. Diese Umstellungen erfolgen über Bluetooth und einer App, dessen Nutzung beim Händler verbleibt. - Was soll das mit der Gängelung der Endverbraucher? Auch hier hat sich nach dem Direktvertrieb mit dem Endverbraucher etwas zum Positiven geändert.

Die Service- App steht im Netz, z.B. Google pay, auch dem Endverbraucher zu Verfügung.

In dieser App könnten bestimmt noch weiter Optionen eingestellt werden, könnten, sind leider nicht.

An Option stelle ich mir vor:

  1. Veränderung der Unterstützungsleistung für ECO und SMART. Als Beispiel von 75% auf 50% oder von 150% auf 100%.
  2. Zeitliche Vorgabe, nach welchem Stillstand, sich das System selbst abschaltet.

Aufgefallen

Nach den ersten tausend Kilometer sind mir einige Punkte aufgefallen, wo ich Handlungsbedarf sehe.

  1. Der Akku kann nur im mitgelieferten Lademodul geladen werden. Ein Laden im fahrbereiten Zustand ist nicht möglich. Akku, Motor und Rad bilden eine Einheit und nicht Motor und Rad.

  2. Die Veränderung der Leistungsstufen ist nur am Drehschalter des Akkus möglich.

  3. Zur Veränderung der Unterstützung muss der Lenker losgelassen werden.

  4. Der Umdrehungssensor an der Kettenspeiche ist mit der festgelegten Kabellänge unglücklich. Hier ist mehr Flexibilität  notwendig.

  5. Der aktuelle Ladezustand ist im Fahrbetrieb, je nach Lichteinfall, nicht erkennbar.

  6. Bei Dunkelheit irritiert der Leuchtring des Akku.

  7. Bei Schlammfahrten sammelt sich Wasser und Dreck auf der Kontaktplatte zwischen Batterie und Motoranschluss. Unter anderem wird durch diese Halterung das Serviceetikett des Akkus zerstört und unleserlich.

  8. Ohne Akku sind die Kontakte offen und ungeschützt der Witterung ausgesetzt.

  9. Der Akku entlädt sich selbst. Autostop im System erfolgt erst nach einer Stunde

  10. Die Dimension des 500 Watt Akku ist unglücklich. Der Akku ist für einen Standartrahmen ist zu lang.

  11. Mit knapp 7 kg Mehrgewicht ist das Tragen kein Vergnügen mehr.

  12. Montage/Demontage nur mit einer Führungshülse beim Händler möglich.

  13. USB Ausgang ist offen und hält auf Dauer keine Verbindung. Durch Erschütterung und Vibration fällt der Stecker aus der Buchse. Der USB liefert Strom, wenn das System eingeschaltet ist.

  14. Schiebehilfe fehlt.

Kundenwunsch

Meine Wünsche? Nein, meine begründeten Anforderungen wären.

1.  Einen Ladestecker in den Akku integrieren und für den Anschluss einer Fremdbatterie einen Modulstecker anbieten.

Der Tourenfahrer kann schnell in die Verlegenheit kommen, dass sein Akku oder sein Ladegerät sich ins Nierwara verabschiedet. Pendix meint, innerhalt 48 Stunden Ersatz bereitzustellen. In Sibirien, China, Indien, Chile? Das wäre eine sportliche Leistung. Daher muss die Möglichkeit bestehen auch einen alternativen Akku zu verwenden.

Ladestecker im Batteriesockel oder an der Batterie ist ein Muss.

Es wird vermehrt die Möglichkeit angeboten seinen Akku unterwegs zu laden. Es wäre praktikabel wenn der Akku direkt in der Halterung geladen werden könnte.

Die verwendeten #Rosenberger Steckverbinder lassen dies zu.

2.  +  3. Optional die Leistungsstufen über einen Lenkerschalter einstellen.

Je nach Wegeführungen ist es erforderlich die Fahrstufen kurzfristig zu verändern. Bei Talfahrt brauche ich keine Sport Unterstützung und bei Bergfahrt wäre sie hilfreich. Diese Streckenführung und die Fahrbelastung können sich kurzfristig, gerade bei Bergfahrten, verändern so dass ein schnelles Anpassen wünschenswert ist. Im Fahrbetrieb kann ich die Leistungsstufen nur durch Loslassen des Lenkers verändern, dass ist inakzeptabel.

Das Fahren mit einer Hand und Hantieren am Rahmenrohr kann in einem Schadensfall negativ für den Anwender ausgelegt werden.

§ 23 STVO: Sonstige Pflichten des Fahrzeugführers

3) Radfahrer und Führer von Krafträdern dürfen sich nicht an Fahrzeuge anhängen. Sie dürfen nicht freihändig fahren. Die Füße dürfen sie nur dann von den Pedalen oder den Fußrasten nehmen, wenn der Straßenzustand das erfordert.

Das Fahren mit einer Hand ist zwar nicht ausdrücklich untersagt aber auch nicht Jedermanns Sache. Des weiteren technisch nicht notwendig. Im Schadensfall entscheidet der Richter ob das Fahrrad sicher beherrschbar war.

Pendix hat zwischenzeilich reagiert und verweist im Handbuch (das kaum einer liest) auf die sichere Handhabung im Stand.

Im Sommer 2018 hat Pendix eine App auf dem Markt gebracht, mit der die Steuerung per Smartphone erfolgen kann. Leider nicht abwärtskompatibel sondern nur für die neue Generation der Akkus. Eventuell erfolgt ein Update zum Jahresende 2018 über die Händler

Wobei ich immer noch die Steuerung getrennt von technischen Schnick Schnack erwarte. Mein Smartphone hat andere Aufgaben zu erledigen als mit Pendix Diskussionen zu führen.

4.  Die Kabellänge des Umdrehungssensors bei der Montage konfigurieren oder einen Speichenmagneten beilegen der auch mehr als 15 mm überbrückt. Die Kabelverlegung am Motor, durch seinen dreipoligen Winkelstecker (es werden nur zwei Pole benötigt) verkürzt die Wege.

Kein Rahmen ist gleich und der max. Abstand von 15 mm zwischen Sensor und Speichenmagnet ist nicht ohne zusätzlichen Ideenreichtum zu erreichen. Pendix bietet als Alternative die Sensorlänge in 580 mm an womit eine Schlaufe zu legen wäre. Die Technik bietet da andere Lösungen an.

Das Problem mit dem Sensor haben wir zwischenzeitlich mit dem 580 mm Kabel und einer 10 mm Distanzhülse gelöst. Die jetzt entstandene Kabelschlaufe werden wir auch noch verschwinden lassen. Das ist eine Aufgabe für den Lötkolben und einer ruhigen Hand.

5.  Die Kapazität im Lenkerschalter anzeigen.

Der Wechsel zwischen grün und gelb ist ja unkritisch, wenn es dann aber rot wird sollte eine Steckdose angefahren werden. Dies ist im Langstreckenbetrieb nicht einwandfrei erkennbar da die Farben, im Fahrbetrieb, nicht erkannt werden. Bei Erhöhung der Leuchtkraft habe ich in Dunkelheit dann ein anderes Problem (farbliche Seitenbeleuchtung).

6.  Den Leuchtring abschalten. 

Die farbige Rundumbeleuchtung als Anzeige des Ladezustandes ist im Fahrbetrieb nicht erkennbar. Der Rahmen verdeckt diese Signalgebung. Beim Fahren in Dunkelheit habe ich eine unerwünschte, mehrfarbige Seitenbeleuchtung die zu Irritationen beim anderen Verkehrsteilenehmer führt. Die StVzO lässt sich über die Beleuchtungseinrichtungen nicht umfassen aus. Seitliche Markierungen sind zulässig, wenn § 50 und nachfolgende erfüllt werden. ?????

Es gilt nicht die Regelung: "Alles was nicht geregelt ist, ist erlaubt,"

7.  System anders dichten? Auch wenn Pendix IP 66 angibt habe ich hier ein ungutes Gefühl. Offene Kontaktpunkte sind für den Laien nicht wasserdicht .

Ohne Akku liegen die Kontaktpunkte an der Batteriehalterung offen. Offen heißt, sie werden feucht. Hier muss ich Pendix recht geben, meine Befürchtungen sind bisher auch im Wolkenbruch nicht eingetreten

Die Steckverbindung hat sich bisher bewährt. Zwischenzeitlich hat Pendix einen Neoprenstrumpf der neuen Auslieferung beigelegt. Damit kann im Stand und bei Schlammfahrten ohne Motor, die Kontaktplatte am Rad abgedeckt werden.

8.  Blindstecker zur Abdeckung der Kontakte entwickeln und dem System beilegen.

Siehe die Begründung zu Punkt 7. Diese Abdeckung kann auch als Adapter zum Anschluss einer Fremdbatterie dienen. Nebenbei erhöht so ein Cent- Produkt die Glaubwürdigkeit an das System.

Da das System, auch im absolut feuchten Zustand, seine Zuverlässigkeit unter Beweis stellte rate ich Pendix dennoch zu solch einer Abdeckung. Das Auge fährt eben mit.

Im Rahmen einer Meinungsumfrage hat Pendix diese Abdeckung, aus Neopren mit dicken Logo, verteilt. Ich muss mal im Keller suchen wo meine geblieben ist.

9.  Der Akku sollte sich nach einer einstellbaren, frei wählbaren, Zeit selbst deaktivieren.

Nach einer Stunde Inaktivität schaltet sich der Akku selbstständig ab. Warum erst nach einer Stunde? Warum nicht nach einer Zeit von X Minuten? Dies würde die Reichweite erhöhen. Klar kann ich mich in Selbstdisziplin üben und mich zwingen bei einem längeren Stopp den Akku selbst abstellen. Wofür gibt es dann die Elektronik?

10.  Der 500W Akku muss anders dimensioniert werden.

Bei einer Rahmenhöhe von 54 cm oder kleiner ist ein Einbau, nach Kundenwunsch, nicht mehr gegeben. Im Durchmesser ist genug Volumen vorhanden ohne den Nutzer zu behindern.

Der 500 Watt Akku hat eine Länge von 340 mm bei einem Durchmesser von 80 mm das ergibt rund 1680 cm³ Volumen. Wäre der Durchmesser um 12 mm vergrößert, entsprechend der PET Trinkflasche, die von Tourenfahrer den kleineren „Reagenzgläsern“ vorgezogen werden, ergäbe dies ein größeres Volumen bei gleicher Bauhöhe wie der 300 Watt Akku. Der etwas größere Durchmesser wäre im Fahrbetrieb nicht Störend. Die Praxis zeigte, dass die kritische Grenze bei größer 108 mm Durchmesser liegt. Was dann sogar ein Volumen von 2500 cm³ ergäbe und damit eine Steigerung um ca 50 % gegenüber der jetzigen Bauweise. Der Akku würde in dieser Bauweise auch in kleinere Rahmengrößen passen ohne die Bedienung zu beeinträchtigen. Ich meine, selbst 130 mm Durchmesser würden die Fahreigenschaften nicht beeinflussen. Die lichte Weite zwischen den Pedalen liegt grösser 150mm.

Da nützt auch keine Einbauschablone um im Vorfeld zu bestimmen welcher Akku passen könnte. Hier muss einfach die Dimension des Akkus dem Bauraum angepasst werden. Es kann nicht sein, dass sich der Rahmen dem Akku anpasst.

11.  Gewichtsreduzierung ist notwendig.

6,9 kg für Motor inkl. Akku plus 2,9 kg für das Ladegerät sind 9,8 kg die als Gepäck zusätzlich mit einzurechnen sind. Das ist absolut zu viel. Unter dem Gesichtspunkt das der Tourenfahrer dieses zusätzliche Gewicht, bei Ausfall des Pendix, über mehrere Kilometer in unwegsamen Gelände mit seiner Muskelkraft bewegen muss.

12. Die Kabelführung im Tretlager sollte so ausgelegt sein das eine Demontage ohne Führungshülse möglich wird.

Durch widrige Umstände kann es sein, dass auf Tour der Motor, genauer das Tretlager, demontiert werden muss. Um Beschädigungen am Kabel des Drehmomentsensor zu vermeiden ist dafür die Montagehülse erforderlich. Warum soll der Nutzer das Tretlager wechseln? Weil es defekt ist ....

Es lässt sich jedenfalls im Falle eines Falles demontieren und damit ein alternatives Lager verwenden..

13. Den USB Ausgang sicherer machen.

Wenn der USB Anschluss wasserdicht und damit gegen Kurzschluss gesichert ist glaube ich wieder an den kabellosen Strom aus der Steckdose.

Der USB- Ausgang liegt offen im Nassbereich. Das nicht vermeidbare Eindringen von Wasser soll dem Akku nichts ausmachen. Das kann sich kein Laie vorstellen.

Hier muss ich eingestehen, ich bin Laie und habe Befürchtungen die nicht unbedingt eintreten. Ich konnte im letzten halben Jahr zwar erkennen das sich Wasser im USB befand, ich konnte aber nicht erkennen ob das System beeinträchtigt wurde.

Zwischenzeitlich habe ich erfolgreich über diesen USB meine Navi geladen. Laut Handbuch ist der USB aktiv wenn der AKKU am Fahrrad steckt und eingeschaltet ist. Zum De- und Aktivieren des USB drücken wir die Ein/Aus- Taste kurz wenn der Akku nicht am Fahrrad steckt. Nach mehrfachen Versuchen und Wechsel der erforderlichen Adapter von USB-C auf USB- Mini habe ich es geschafft und den ir­ri­tie­rend Beleuchtungsring abgeklebt. Damit ist dann auch der "schwabbelige" USB Verschluss endlich fixiert.

14. Schiebehilfe bis 4 km/h ist erforderlich

Das Reiserad wiegt mit Pendix ca. 30 kg dazu kommen noch etwa 40 kg Gepäck. Da wäre es wünschenswert wenn der Motor, gerade bei Steigungen, mit unterstützen könnte. Hierzu auch Punkt 11.

Der Nachteil wären die mit drehenden Pedale. Das lässt sich technisch nicht vermeiden, da der Motor über die Kette den Antrieb erzeugt. Auch die Begrenzung auf 4 km/h ist nicht ganz so einfach, da die Schaltung im Hinterrad die Geschwindigkeit mit beeinflusst. Dennoch bleibe ich bei dem Wunsch, den Motor, mit einer geringen Drehzahl, über einen Kontaktschalter zu aktivieren.

Wie hilfreich wäre hier eine Schiebehilfe?

Auslieferung

Das Pendix System kommt in einer repräsentative, durchdachten Verpackung zur Auslieferung. Zum direkten Betrieb sind alle Komponenten vorhanden. Je nach Ausführung des Akku kommen verschiedene Ladegeräte zum Einsatz. Der 500 Watt Akku wird mit 3,6 Amper geladen, kann aber auch mit dem kleineren 2,0 Amper Ladegerät geladen werden. Es verlängert sich dann die Ladezeit. Der 300 Watt Akku wird mit 2,0 Amper geladen, kann aber auch mal mit dem 3,6 Amper Ladegerät geladen werden. Es ist zwar nicht förderlich für die Akkus (langsames Laden ist immer besser) geht aber auch. Warum es hier noch keine spezifische Ladeelektronik im Ladegerät gibt ist mir ein Rätzel.

Vermisst wird ein kurzes Adapterkabel Stecker / Buchse vom USB Abgang. Die Technik beim USB ist noch nicht einheitlich. Mini, Micro, Typ A,B,C und was noch alles. Ein kleines Adapterkabel von USB C auf Buchse USB 2, für 1,50 Euro im Verkauf beim Elektronik Fachhändler, hätte den Lieferumfang komplettiert.

Kundendienst

Bei den Vorgesprächen hatte ich mit Pendix kleine Probleme. Das mag daraus resultieren dass ich wohl Fragen stelle die schon häufiger aufgetreten und in den Werbedokumentationen nicht eingehend beschrieben sind. Die Ersatzteilbeschaffung für den Händler wird mit 48 Stunden angegeben. Das halte ich für eine sportliche Herausforderung. Neben den Feiertagen werden die Paketdienste und menschliche Unzulänglichkeiten Pendix in Verlegenheit bringen. Ein Kundendienst mit dem Endverbraucher ist über den Händler eingestellt. Das finde ich unglücklich da sich dadurch die Laufzeit von Ersatzteilen bis zum Endverbraucher unverhältnismäßig erhöht.

Tag  1:    Der Nutzer übergibt das Schadensteil an seinen Händler.

Tag  2:    Der Händler überstellt das Bauteil an Pendix.

Tag  6:    Bauteil ist bei Pendix eingegangen.

Tag  7:    Ersatzteil wird an den Händler gesendet.

Tag 10:    Händler erhält das Ersatzgerät

Tag 11:   Nutzer hat das Ersatzteil.

Im Januar 2018 war diese Zusage nicht mehr bei Pendix auf der Homepage zu finden.

Ist der Nutzer nicht am Ort seines Fachhändlers kommen noch die Versandtage zum und vom Händler dazu. Also locker 20 Tage oder mehr sind zu kalkulieren. An Auslandversand wollen wir gar nicht mal denken, da kommen wir in die Monate bis Pendix seine Zusage erfüllen kann.

Traurig ist auch die FAQ. Wirklich wichtige Fragen werden auf der Pendix Homepage gar nicht dokumentiert. Auch der Kontakt mit dem Endkunden wird unterbunden und an den Händler verwiesen. Das ist kein Kundendienst sondern ein Schmarren. Die einst benannte Hotline (+49 (0) 375 270 667 10 )ist auf ein Kontaktformular und den Verweis an den Händler reduziert worden. Also auch da ein Schritt weg vom Kunden.

Gäbe es wenigsten eine chronologische Listung was sich geändert hat, das wäre ein Schritt in die Zukunft.

Pendix vertritt die Politik der Hohlschuld. Der Kunde hat die Hohlschuld sich gewünschte Informationen auf der Hompage von Pendix zu holen. Er erhält sie dort nur nicht. Als Beispiel die Rückrufaktion der Fa. Ansmann zu den defekten 2,0 A Ladegeräten aus der ersten Serie. Die Händler erhielten Bescheid, auf der Homepage von Pendix war Stille angesagt.

Für mich hat Pendix im Sommer 2018 keinen kundenorientierten Service.

UND:! Ende 2018 ist das fast alles Geschichte geworden. Pendix hat den Direktvertrieb aufgenommen und damit auch den Kontakt zum Endkunden gefunden.

Reichweite

Ein Thema wo sich auch Pendix schwer tut. Die Reichweite eines Akkus.

Ladezustand, Transportgewicht, Fahreigenschaften, Streckenführung, Dauerregen oder Sonnenschein, Wohlbefinden der Feldmäuse und noch zig andere Punkte die in Frage kommen. In  der Werbung wird ja gerne der theoretisch beste zu erreichende Wert angegeben. In der Praxis kommt es, wie beim Benzinverbrauch, zur Ernüchterung. Im Mischbetrieb, also je nach Gegebenheit oder Windverhältnisse pendel ich zwischen Eco und Sport. Damit komme ich auf sichere 70 km. Ein Energiemanagement ist unerlässlich. Es ist mehr als ärgerlich, kurz vor dem Ziel ist der Akku leer und es geht nochmals richtig bergauf.

Bosch stellt für seine Systeme einen -> Reichweitenrechner zur Verfügung. Es sind überraschende Ergebnisse zu ermitteln.

Nachtrag Juli 2018

Der Hammer aller ist und bleibt, Pendix wirbt auch im Juli 2018 mit ca. 160 km Reichweite. In der mitgelieferten Systemanleitung ist davon keine Rede mehr. Unter minimaler Nutzung könnte bei idealen Bedingungen 105km herauskommen. Selbst die günstigen 78km sind im flachen Umfeld von Hamburg ein Traum.

Dabei ist es doch so einfach! 500 Watt im Akku, 250 Watt am Motor bei 100 %.  Werden 500 durch 250 geteilt ergibt dies 2 Stunden Laufzeit a 25 km/h. Also 2 h mal 25 km/h ergibt 50 Kilometer, rechnerisch. Praktisch? Jedenfalls keine 160 Kilometer.

Resumee

Aus meiner Sicht, als Tourenfahrer mit langen Strecken in einsamen und unwegsamen Gegenden, hat der Pendix Mittelmotor noch manche Entwicklungsstufe zu durchlaufen. Viele kleine Punkte sind im Anwendungsbetrieb störend und sollten angepasst werden. Nach den ersten telefonischen Gesprächen war ich in Zwickau um direkt am Objekt meine Wünsche zu erörtern.

Der Wunsch nach einer geänderten Anzeigekapazität und Steuerung am Lenker liegt Pendix vor. Hier läuft die Entwicklung. Auch ein Volumen- und Gewichtsreduzierung bei den Akkus ist in Arbeit. Zwei Jahre später ist davon noch nichts am Mark angekommen.

Im Endeffekt ist der Monteur gefordert den optimalen Einbau selbst zu gestalten. Zur Not auch mit Bohrmaschine und Lötkolben. Verbunden mit dem Verlust der Garantie.

Die Reichweite ist unbefriedigend und das Systemgewicht bremst mehr als das es hilft.

Mein Fazit beim Pendix Elektroantrieb: Nachrüsten ist im Preis- Leistungsverhältnis selbst zu entscheiden! Wie so oft, hat auch Pendix ein innovatives System, das leider durch Marketing (Werbeversprechen mit Fußnote) und nicht erkennbarer Flexibilität gegenüber dem Markt sich selbst ins Abseits stellen wird.

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