der mit dem Rad

Navigation

Navigation ist die Kunst seinen Standort zu bestimmen um sein Ziel zu erreichen, denn wenn du weißt wo du bist, kannst du sein wo du willst. Aber, ohne Orientierung siehst du viel mehr von der Welt!

Was braucht man zum Navigieren?
Eine Karte? Einen Kompass? Einen Sextanten?
Heute spricht man von GPS (Global Positioning System).

In der Vergangenheit fuhren wir mit handgeschriebenen Wegerouten die wir aus den Karten ausarbeiteten oder uns erfragt hatten. Dazu gab es dann Handskizze zur weiteren Erläuterung und einen Kompass aus dem Kaugummiautomaten. Die Organisatoren hatten schon richtige Wegekarten von der Tankstelle und die Optimisten fuhren mit dem Schulatlas los. Alle kamen wir ans Ziel, einige zügig und die anderen lernten die halbe Welt dabei kennen.

Heute haben wir Unterstützung von Navigationsgeräten? Dieses kleine Wunderding der Technik kann ungemein hilfreich sein, wenn man weiß, was es uns sagen will und wenn wir es richtig bedienen. Genau, bedienen! So ein Gerät arbeitet erst für uns wenn wir ihm die Informationen gegeben haben die es benötigt um seine Aufgabe zu erfüllen. Es kann uns aber auch an den Rand der Verzweiflung bringen.

"Sie haben Ihr Ziel erreicht und stehen mitten auf dem Marktplatz von Celle!" Und warum sehe ich dann rundherum nur tiefsten dunkelsten Wald? Die Ursache, mein Navi konnte die Satellitensignale nicht sauber empfangen. Eine starke Wolkeneintrübung verbunden mit einem geschlossenen Blätterdach und schon war die elektronische Navigation ausgeschlossen. Wohl dem, der einen Kompass und eine Karte dabei hat. Die Alternative wäre eine Rückfahrt zum nächsten zivilen Punkt gewesen. Nur wer fährt schon gerne zweimal den Berg rauf?

Jetzt haben wir uns in die Hand der Anbieter begeben und müssen sehen wie wir damit klar kommen. Jedes Gerät ist nur so gut wie die Software, die hinterlegten Karten und wie es die Funksignale von den Satelliten erkennt. Von den anderen Problemen wie Wasser, Wolken, Betondecken, etc. will ich gar nicht erst reden. Ihr seht schon, eine Menge von Faktoren können uns das Leben auf Fahrt schwerer machen als es notwendig ist. Zu einer guten Navigation gehören jedenfalls eine Karte, je feiner im Maßstab umso besser und ein Kompass. Im Schwarzwald hatte ich mir vorsorglich mal Wanderkarten besorgt und war damit mehr als zufrieden.

Dennoch möchte ich mein TEASI Navigationsgerät nicht mehr missen. Es hat mich zwar schon mehrfach in die Pampa geschickt aber im Großen und Ganzen sind wir beide immer klar gekommen. Gut ein paar kleine, tiefgreifende Diskussionen mit dem Gerät habe ich schon geführt und letztendlich haben wir uns dann arrangiert.

Meine erste NAVI- Tour machte ich mit dem TomTom aus dem Auto, das man auch auf Fahrrad umstellen konnte. War ein riesiger Reinfall. Die Streckenführung muss wohl von einem Rennradfahrer mit masochistischen Anwandlungen gestammt haben. Jeder kleine Hügel wurde erklommen, egal wie groß die Steigung war.

Dann versuchte ich es mit Google Map. Es gibt Ideen die sollte man bleiben lassen. Vor mir eine dichtgewachsene Wand aus Brombeeren aber das Smart wollte unbedingt gerade aus. Bei meinem Versuch diese Ansage zu umgehen schickte mich das Gerät mehrfach im Kreis und immer wieder zu dieser Hecke zurück. Ein Einheimischer hat mir dann mit Rat geholfen. Hinter den Brombeeren war vor Jahren eine Straße geplant und auch angefangen aber nie vollendet worden.

Okay, das TEASI hat mich über diverse Schlammwege geschickt um einige Meter Weg mehr auf der Straße zu sparen. Ist nicht gerade lustig wenn 2.000 Meter schieben im Schlamm angesagt sind um 10 Meter Umweg zu sparen. Das gleiche machten Garmin und Falk auch.

Das ideale Gerät, das nicht nur den Weg sondern auch den Zustand betrachtet, wird es wohl (nie) geben.

Falk / Garmin

Die von Falk speziell entwickelten Karten machen mich abhängig und ich habe mal eine 300 Kilometer Route vorplanen wollen. Geht nicht, mehr als 140 Kilometer sind nicht drin, meinte das Falk- System. Ob diese Unart zwischenzeitlich behoben wurde weiß ich nicht. Ich müsste mir dann ein neues Gerät kaufen um eine Fehlfunktion zu validieren und das sehe ich nicht ein.

Garmin bietet mir Freizeit- und Fahrrad- Straßenkarten an. Was ist der Unterschied zwischen einer Freizeit- und einer Fahrrad- Straßenkarte? Ich weiß doch auf Tour noch nicht wo ich morgen herfahre.

TEASI one2

Ich bin also beim TEASI one2 gelandet und habe das Gerät jetzt zwei Jahre im Einsatz. Bis auf den grottenschlechten Kundendienst, der ganz locker zehn Wochen für den Austausch eines Gerätes und zweimaligen Versand benötigt, habe ich eigentlich nichts Gravierendes gefunden. Gut, die Streckenführung ist diskutabel und auch das extrem schnelle Ermitteln einer Alternativroute ist manchmal ärgerlich. Ist die notwendige Kurskorrektur nicht genau nach dem Streckenprofil ausgeführt worden kann es sein das man locker 20 Kilometer drum herum fährt nur um dann von der anderen Seite an sein Ziel zu kommen. Falsche Voreinstellung gewählt. Ich habe mir angewöhnt bei jeder größeren Kurskorrektur den weiteren Streckenverlauf zu prüfen oder mit einer Karte zu vergleichen. Für mich haben bisher Preis und Leistung gestimmt.

Radwanderkarten

Bleibt dann noch die Radwanderkarte im Buchformat. Ich kann mich mit dem teuren Werbeträger nicht anfreunden. Die Maßstäbe sind nicht gerade die Feinsten um die Route zu finden. Die eingezeichneten Streckenführungen, verbunden mit den Kartenfarben, verwirren mehr als dass sie helfen. Hauptstraße in rot und Fahrradroute in rot. Welche Strecke hätten Sie denn gerne. Dazu kommt der Kartenausschnitt. Er erfordert nach ein paar Kilometer die nächste Seite und diese sind, durch die Angaben zu POI (Point of Interest) oder Unternehmungen die für Bett, Speise und Trank horrende Preise verlangen, einfach zu dick, unhandlich und unübersichtlich.

Für mich ist die nachfolgende Karte das Beispiel einer schlechten Radkarte (es gibt noch schlimmere Karten).
Wofür brauche ich Angaben zu Parkplätzen? Texte wie Schlosspark, Dominikaner Kloster oder Gohliser Schlösschen? Wenn die Angaben hilfreich sind dann bitte extrem kleiner und in einer Farbe. Neben der Streckenführung sehe ich nur fünf (grüne) relevante Icon. Alle andere Icon irritieren nur.

Wo ist denn nun der Radweg?
DIe ganzen kleinen Iconen auf den Radkarten und die zusätzliche Beschriftung zu POI irretieren nur bei der Navigation Selbst die Farben der Straßenführung sind für mich diskutabel. 

Eine vorbildliche Karte zur Streckenführung fand ich bei Wikipedia. In dieser Karte (Katasterkarte) wird klar, strukturiert und übersichtlich (leider ist die Bildqualität nicht die Beste), die geplante Route der Straßenbahn dargestellt.

POI

Point of Interest ist überhaupt ein interessantes Kapitel. Woher will der Anbieter wissen was für mich ein interessanter Punkt ist? Nur weil alle zum Aussichtsturm raufrennen ist er für mich noch lange nicht interessant. Oder die angegebene Gastronomie? Ist sie noch geöffnet oder schon insolvent? Wie sind die Preise, jenseits meiner Vorstellungskraft?

Mich interessiert mehr ob die Fähre auch in der Woche fährt oder wo sich die nächste, besetzte Rettungsstation befindet. Auch ein Ort an dem ich meine Vorräte auffüllen kann ist wichtiger als der goldene Hirsch in Waldbrüll. Es gibt so viel zu beachten, dass ich zu jeder Strecke doch meine kleine Vorausplanung machen muss und da kann ich mir auch meine POI selber zusammenstellen.