der mit dem Rad

Kochen

Das Leid mit dem Kochen.

Was gibt es nicht alles für unterschiedliche Möglichkeiten sein Wasser zu erhitzen?

  • Benzin stinkt, aufwendig und nicht gerade sauber
  • Gas ist schnell, sauber und neben teuer auch umweltbelastend
  • Holzkocher / Hobo gut für die Umwelt?
  • Lagerfeuer ist mit viel Aufwand verbunden
  • Tauchsieder erfordert eine Steckdose

Wie man sich auch dreht und wendet. Das Einfachste ist das Restaurant. Voraussetzung die finanzielle Grundlage ist gegeben.

In meiner Vergangenheit habe ich diverse Möglichkeiten durchprobiert und auch hier für die einzelnen Systeme eine horrende Summe investiert.

Benzinkocher

Primus Multifuel = Ein Allesbrenner der neben Flüssiggas auch Benzin, Petroleum, Diesel und Kerosin in Wärme verwandelt. Er soll eine Leistung von 2700 Watt bringen.

Neben dem Kocher werden ein Benzintank und eine Druckpumpe benötigt.

Vorteil: flexibel beim Brennstoff

Nachteil: Brennstoffbeschaffung, geruchsintensiv, laut

Die Brennstoffbeschaffung ist immer ein kleines Abenteuer. Nachdem ich meine Hemmungen ablegte wurde es einfacher. Die Tankstellen verkaufen keine Mindermengen, sprich max. einen Liter. Im Baumarkt Waschbenzin holen ist, bei 7,00 Euro der Liter, auch keine Lösung. Also an der Tanksäule jemanden ansprechen, der gerade seine Blechbüchse befüllt, ob er einen Liter Benzin abtreten könnte. Meistens klappt es, nicht immer. Im Anschluss duften jedenfalls die Finger extrem nach Benzin oder Diesel. Zur Erleichterung beim An-/ Absaugen aus einem Benzintank habe ich mir zwischenzeitlich eine kleine Hand- Benzinpumpe gebastelt. Den Gummiball als eigentliche Pumpe fand ich in China und den Schlauch im Baumarkt.

Gesamtgewicht ca. 2.465 g

Kocher 441 g
Werkzeug 90 g
Benzinflasche 0,6l 816 g
Benzin 900 g
Windfang 218 g
Benzinpumpe 300 g

Flüssiggas

Edelrid Dragon = Ein reiner Gaskocher, der eine Leistung von 3000 Watt bringen soll.

Vorteil: schnell, geruchslos, leise, leicht.

Nachteil: Beschaffung und der Preis der Gaskartuschen.

Nicht überall sind geeignete Gaskartuschen zu bekommen. So gibt es einmal das Gewinde oder den Bajonettverschluss und zum Glück Adapter von links auf rechts und zurück. Bei beiden Anschlüssen kann es zu Undichtigkeiten kommen. Solange das Gas nur verpufft geht es ja noch, wenn aber die Leckage Feuer fängt ist Ruhe angesagt. Da die Versorgung nicht sicher gestellt ist kommt immer eine Ersatzkartusche mit. Und der Preis? Zwischen Euro 5,50 im Dutzend oder Euro 10,80 als Einzelstück sind mir alle Preisvariationen für die 450 g untergekommen.

Gesamtgewicht ca. 1.198 g

Kocher 310 g
Gas 670 g
Windfang 218 g

Holzkocher / Hobo

Solo Stove = Ein halboffenes Brennersystem für Feststoffe. Die genaue Leistung ist nicht zu bestimmen. Ich vermute mal um die 1500 Watt.

Vorteil: Den Brennstoff findet man in (fast) jedem Stadtpark

Nachteil: Handhabung des Kocher und des Brennstoffes. Starke Verschmutzung und Rauchentwicklung.

Wer glaubt das Holz gleich Holz ist der irrt. Klein und vor allem trocken sollte der Brennstoff sein. Pellets wären ideal. Auch kleine Holzkohle funktioniert bedingt. Wichtig ist die Restfeuchte. Je trockener umso besser. Auch zu dick und zu lang sollten die Bruchstücke nicht sein. Mein kleiner Finger dient mir hier als Messlatte. Alles in der Größe lässt sich einwandfrei zuführen und verbrennen.

Einmal im Betrieb ist das ständige Zuführen von Brennstoff ein Muss. Eine offene Flamme sollte man sowieso ständig im Auge behalten.

Neben dem eigentlichen Kocher werden eine zusätzliche Astschere und ein ausreichender Brennstoffvorrat benötigt. Die Astschere, da irgendwann die Hände es nicht mehr schaffen die Äste an der richtigen Stelle zu brechen. Den Holzvorrat schleppe ich in einer Tasche mit mir rum. Mindestens die Menge, die ich benötige um das ganze System zu starten. Bei regenreichen Tagen sogar für ein paar Tage im Voraus. Da kommt eine ganze Menge Volumen und Gewicht zusammen.

Wichtig vor dem Einsatz! Windrichtung bestimmen und Windschutz aufstellen. Spätestens wenn der Zeltnachbar mit dem Feuerlöscher vor euch steht wisst ihr warum.

Gesamtgewicht ca. 1.728 g

Kocher 310 g
Werkzeug 200 g
Brennstoff 1000 g
Windfang 218 g

Lagerfeuer

Lagerfeuer = offene Flamme = Ein offenes Brennersystem für Feststoffe. Die genaue Leistung ist nicht zu bestimmen. Ich vermute mal um die 1000 - 3000 Watt.

Vorteil: Romantisch, preiswert

Nachteil: Aufwendig, Brennstoffbeschaffung, starke Verschmutzung, nicht überall möglich

Gerade ein offenes Feuer stellt hohe Anforderungen an das zu verbrennende Holz. Nun kommt noch der Wind- und Brandschutz hinzu. Auch an das Kochgeschirr werden höhere Anforderungen gestellt. Dazu noch ein Gestell um seinen Wasserkessel in die Flamme zu hängen. Von eventuellen Zusatzwerkzeugen wie Handbeil und Klappspaten will ich nicht reden. In Summa eine recht aufwendige Art zu kochen.

Gesamtgewicht größer 5000 g

Tauchsieder

Tauchsieder = elektrisches System

Nur für Flüssigkeiten geeignet. Leistung je nach Ausstattung zwischen 500 und 3000 Watt.

Vorteil: preiswert und schnell

Nachteil: Wo findet man immer eine geeignete Steckdose.

Spätestens wenn die Finger verbrannt sind wird der Tauchsieder entsorgt. Es ist dem Gerät nicht anzusehen ob es noch heiß oder schon abgekühlt ist. Mangels diverser Einrichtungen wie zum Beispiel einem gesonderten, beleuchteten Schalter ist der Betriebszustand nicht zu erkennen.

Gesamtgewicht ca. 460 g für 1000 W

Gewicht

Bei der Gewichtsermittlung habe ich so Kleinigkeiten wie Streichhölzer oder Feuerstein und Zunder nicht mitgerechnet. Auch zusätzliche Hilfsmittel wie Handschuhe oder eine Zange zum Halten fehlen. Diese Teile fallen unter Sonstiges.

Gaskartuschen

Wer lässt sich schon eine Gelddruckmaschine weg nehmen?

Der Preis für eine 450 g Kartusche pendelte 2016 im Bereich von 5,50 Euro im Supersonderangebot und 10,90 Euro im Outdoorladen. Das sind 12,00 bis 23,00 Euro für das Kilo Propan. Als sogenanntes Wintergas sogar für 49,50 Euro das Kilo. Die Gasfüllung in 5 kg Flaschen wurde bei OBI für 1,80 Euro per Kilo angeboten. Wo liegt da die Begründung für diesen Unterschied? Im Transportbehälter? "Hey ihr Hersteller, bringt einen Transportbehälter auf dem Markt den ich nachfüllen kann und passt euer Preisgefüge der Realität an, dann sind wir wieder im Geschäft." Ich empfehle: Boykottiert die Gaskocher mit Kartusche! Diese Preise finde ich für ein Abfallprodukt, in einem nicht zu Recycling Transportbehälter, extrem überzogen. Unverschämt überzogen wäre der richtige Ausdruck.

Holz

Wir kommen wieder zurück zum offenen Feuer und damit zum Holzvorrat. Holzreste finden sich eigentlich überall wo Leben ist. Ansonsten hilft auch getrockneter Kameldung. Die kleine Astschere ist ein unumgängliches Zubehör geworden. Auf Dauer haben meine Finger es nicht mehr geschafft die Menge der Äste zu zerbrechen, die erforderlich sind um einen Liter Wasser zum Kochen  zu bringen.

Benzinbehälter

Die Flaschen für die Benzinkocher gelten als Gefahrengut. Auch im geleerten und geöffneten Zustand. Die Benzingase könnten sich entzünden. Ein Transport im öffentlichen Verkehr wird von den Betreibern abgelehnt. Das ist nachvollziehbar und auch akzeptabel. Also hat sich der Benzinkocher spätestens bei der Flugreise disqualifiziert.

Zuender

Es gibt Leute die schwören auf den Feuerstab. Ich nicht. Ich bekomme zwar Funken hin aber bei trockenem Brennstoff keine Flamme. Beim Benzinkocher funkt es sofort.

Als geeigneter Zunder hat sich das gute alte Papiertaschentuch bewährt. Der verwendete Zellstoff, mit hohem Holzanteil, ist leicht entzündlich und lässt sich mit dem Feuerstein entzünden und dann mit Rinde anfeuern, am vorteilhaften mit Birke.

Solange es nur irgendwie geht bleibe ich beim Stabfeuerzeug. Ich möchte auch noch irgendwann mal was essen.

Koch- und Essgeschirr

Das Kochgeschirr wollen wir uns näher betrachten. => Dazu an anderer Stelle mehr!

In alten Western sehen wir ja immer die Kaffeekanne im Lagerfeuer stehen oder den Kessel an einem Holzgestell über der Flamme hängen. Nur was im Vorfeld ein Aufwand getrieben wurde um diese Bilder zu erhalten wird nicht gezeigt. Auch der Reinigungsbedarf um die Verbrennungsrückstände vom Geschirr zu entfernen fehlt gänzlich. Nicht ohne Grund wurde in den Trecks ein Küchenwagen mitgeführt der eine feste Feuerstelle und das Zubehör zum Kochen über offene Flamme transportierte. Das Kochgeschirr muss neben leicht und funktionell noch den Aspekt der Feuerfestigkeit erfüllen. Griffe aus Kunststoff oder Holz sind da fehl am Platz. Auch die meist verwendeten ALU- Nieten die gerne zur Befestigung der Drahtgriffe am Topf zum Einsatz kommen sind langfristig nicht haltbar. Die Kunststoffummantelung der Drahtgriffe ist das erste was wegschmort. Hilfreich sind hier die guten Topfhalter aus dem Zubehör der Campingabteilung.

In meinem Altbestand fand ich noch die Töpfe die sich lohnten manipuliert zu werden. Beidseitig unterhalb des Topfrandes ein 4 mm Loch und zwei alte Drahtheringe. Etwas zurechtgebogen und fertig war mein Topf für alle Fälle. Hinstellen und aufhängen ist nun kein Problem mehr.

Resuemee

Mein Favorit ist der Benzinkocher. Wie beim Holzkocher haben wir auch hier mit Rußbildung zu kämpfen, die sich im Gegensatz zum Hobo in Grenzen hält. Auch das Anfeuern ist angenehmer. Ich gebe zu, das Handling mit Benzin ist nicht Jedermanns Sache. Nur wenn das Dingen einmal feuert ist es ein angenehmes Kochen.

Der Hobo kommt direkt dahinter. Unter der Berücksichtigung des vorbereiteten Brennstoffes ist er in unwirklichen Regionen eine Alternative. Ärgerlich ist es nur, wenn das Holz nicht trocken genug und es eine endlose Zeit benötigt bis eine richtige Flamme vorhanden ist. Von der Rauchentwicklung will ich nicht reden, die ist Brennstoffahängig.