der mit dem Rad
German Dutch English French Portuguese Espaniol Italian

Beleuchtung

Die Beleuchtung, eine "never ending Story".

Die neue Technik der Nabendynamos in Verbindung mit der LED lässt eigentlich keine Ausrede mehr zu, warum im Alltagsbetrieb ohne Licht gefahren wird. Teilweise ist es das Unwissen über die Möglichkeiten, teilweise ist es auch der Preis zur Nachrüstung warum immer noch viele Fahrräder ohne Licht unterwegs sind. Häufig ist es aber auch einfach fehlerhaftes Wissen. "Mein Licht bleibt aus, dann rollt mein Rad leichter." Hervorgerufen durch Informationen aus Halbwissen. - "Wissen ist Macht, nichts Wissen macht auch nichts."

Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dass wir in meiner Jungend mit der links abgebildeten Funzel unterwegs waren. Zu meinem Bedauern wird sie immer noch angetroffen und verkauft.

Batterieleuchte - Befestigung -  Bremslicht -  Dynamo - Einstellen - Fahrtrichtungsanzeiger - Lux & Lumen - MagnicLight  - Nahfeldlicht  - Scheinwerfer - Tag & Nacht - Tagfahrlicht

6 Volt 2,4 Watt von 1970
6 Volt 20 Lux von 2017

Tag & Nacht

"Ich brauche kein Licht, es ist doch hell!" - Klar, mitten im Stadion unter Flutlicht ist es auch um Mitternacht hell. Es ist alles eine Ansichtssache. Nein, spätestens seit dem großen Fritz, auch Friedrich der Große, geboren als Friederich II, ist es klar definiert

- Hell ist, wenn die Sonne über den Horizont aufgegangen ist.

- Dunkel ist (es gleich), wenn die Sonne den Horizont berührt.

Für die Haarspalter:

- Nacht ist, wenn die Sonne unter dem Horizont steht.

- Tag ist, wenn die Sonne über dem Horizont steht.

Dazwischen ist Nacht und dunkel, oder ein nebelig grauer Tag und halbdunkel hell. Oder auch die Zeit der Dämmerung und damit Lichtpflichtig  weil kein Tag.

Jetzt gibt es so intelligente Zeitgenossen, "... und wenn die Sonne nicht zu sehen ist?" Tja, dann greifen wir auf die Straßenbeleuchtung zurück. Geht die Straßenbeleuchtung an, ist das Tageslicht bei 1 Lux. Wird die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet, hat das Tageslicht wider ein Lux erreicht. Keine Diskussion, wurde 1937 vom Reichsministerium für das Kraftfahrzeugwesen so festgelegt und bis heute in diversen Gerichtsurteilen übernommen. Und vorher, wenn der Nachtwächter durch die Gassen lief, dann war undiskutabel Nacht.

Ach, und dann gibt es noch die ganz Schlauen: "Was sieht es im Gebirge aus?" - "Doespaddel, genauso!"

Und es gibt noch weitere Regelungen aus anderen Bereichen wie der Jagd oder der Luftfahrt. Wobei die Luftfahrt den Vogel abschießen muss: "In Europa wird im Zuständigkeitsbereich der europäischen Luftfahrtbehörde EASA durch die SERA für die Luftfahrt die Nacht wie folgt definiert: „Die Stunden zwischen dem Ende der bürgerlichen Abenddämmerung und dem Beginn der bürgerlichen Morgendämmerung. Die bürgerliche Dämmerung endet am Abend und beginnt am Morgen, wenn sich die Mitte der Sonnenscheibe 6° unter dem Horizont befindet.“ - Alles klar, wir brauchen dann nur noch eine Sonnenbrille, einen Winkelmesser und den Durchmesser der sichtbaren Sonnenscheibe. - Ich wusste noch gar nicht das Beamte eine andere Morgen- oder Abenddämmerung haben.

Jetzt haben wir keine Sonne und keine Straßenbeleuchtung, tja, dann habe wir, was einigen fehlt, den gesunden Menschenverstand. Gesehen und gesehen werden lautet das Motto. Was nützt der schönste Grabstein: "Er hatte Vorfahrt und war nicht zu sehen!"

Und für die ganz Hartgesottenen gibt es beim ADIC (Allgemeinen-Deutschen-Idioten-Club) reflektierende Organspende- Ausweise, die gut sichtbar am Sattel befestigt werden können.

 Für mich ist jetzt schon lange der Zeitpunkt erreicht das Licht am Rad zu aktivieren.

Scheinwerfer

Es gibt gute Scheinwerfer und bedingt verwendbare Scheinwerfer. Es gibt preiswerte, gute Scheinwerfer und es gibt teure, unbrauchbare Scheinwerfer. Die Lampenhersteller können mir erzählen was sie sollen. Wie andere Zubehöranbieter ist auch deren Marketing beim "Baron von Münchhausen" mehr oder weniger in die Lehre gegangen. Die optimale Beleuchtung für das eigene Rad ist nur in Verbindung mit einem kooperativen Händler zu erreichen. Scheinwerfer montieren, Probe fahren, umbauen und wieder von vorn. Die, in einem Parkhaus gemachten, Vergleichsfotos würde ich nicht als letztes Entscheidungskriterium heranziehen. Dafür sind eine Unmenge an Faktoren zu beachten. Neben dem Dynamo verändert sich mit der Montageposition am Rad unweigerlich das Lichtbild.

Scheinwerfer einstellen

Wer kennt das nicht, entweder sieht man gar nichts oder der Gegenverkehr alles.

Wenn dann doch mal einer das Licht an hat, dann oft so hoch das der Himmel erstrahlt. Nicht nur das diese Einstellung beim Gegenverkehr Aggressionen auslöst, bringt sie für die Verkehrssicherheit nichts. Die Zeiten der Flak- Scheinwerfer sind vorbei. Heute brauchen wir Beleuchtungsmittel zur ihrem Zweck; Beleuchten bzw. ausleuchten!

Irgendwo in einer cleveren Verordnung ist festgelegt wie hoch ein Scheinwerfer am Fahrrad eingestellt wird. Seit 2017 ist diese Verordnung so was von schwammig geworden - "Solange keiner geblendet wird ist das Licht richtig eingestellt." - Das sich jeder Meeresschwamm darüber freuen würde. Ich vertrete die Idee aus der Zeit der Glühwendel, eine interessante Verordnung, die wie so oft auch hier der aktuellen Technik hinterherhinkt aber liebe eine eingeschränkte, nachvollziehbare als gar keine Richtlinie.

In Diskussionen wird oft darüber gestritten, wo denn nun der Lichtpunkt beim Einstellen liegt. Da gibt es nicht zu diskutieren, ist klar festgelegt. Der hellste Punkt im Lichtkegel, dies ist nicht automatisch der Mittelpunkt des Lichtkegels, soll auf fünf Meter Distanz in halber Höhe zum Mittelpunkt des Scheinwerfers (Lichtaustrittsfläche) liegen. Die Oberkante der beleuchteten Fläche darf nicht über den Mittelpunkt des Scheinwerfers hinausragen. Alles klar?

Stellt euer Rad ebenerdig also mit beiden Rädern, auf eine ebene Unterfläche mit einem Abstand von 5 Meter zwischen der Glasfläche des Scheinwerfers und einer gegenüberliegenden Wand. Ich habe dafür im Kellergang eine Strichmarkierung an der Wand. Mit dem international bekannten und eigentlich in jedem Haushalt vorhandenen Gliedermaßstab, auch weitläufig Zollstock genannt, böse als Messlatte bezeichnet, wird die Höhe zwischen dem ebenen Untergrund bis zur Mitte des Scheinwerferglases ermittelt. Auf ein paar Millimeter plus /minus kommt es hier nicht an. An der, dem Scheinwerfer gegenüberliegenden Wand befestigen wir, auf der vorher am Rad gemessenen und durch zwei geteilten, Höhe ein Kreuz mit Klebeband oder einem Bordmarker. In meiner Jugend waren das die dicken Filzstifte, vielleicht kennt die noch einer von euch als Edding. Haben wir alles richtig gemacht, liegt der Mittelpunkt vom Kreuz jetzt um die Hälfte unter dem Mittelpunkt des Scheinwerfers.

Nun heißt es: "Licht aus, Spot an!" - Nur wie? Die Räder stehen still, der Dynamo erzeugt keinen Strom.

Im Zentrum des Lichtkegels

Der klügste Ratschlag, Rad anheben, drehen und wundern. Die ganze schöne Verordnung und die abgeschlossenen Vorbereitungen sind damit für die Katz.

Wir benötigen Strom zum Betrieb der Beleuchtung. Verwenden wir den Dynamo des Rades klappt dies nicht, da wir dazu das Rad aus der Fahrposition anheben müssen. Bleibt uns aber immer noch die gute Batterietechnik. 6 Volt, 3 Watt sagen die Gescheiten aus Berlin. Es geht auch weniger, aber bitte nicht (viel) mehr. Die neuen LED- Scheinwerfer können zwar auch mehr als 6 Volt kurzfristig ab, dies ist jedoch der Elektronik auf Dauer nicht zuträglich.

Das wir beim Fahrrad von Wechselstrom sprechen ist zum Einstellen der Beleuchtung unerheblich. Der Wechselstrom des Dynamos wird im ersten Schritt in Gleichstrom gewandelt. Und damit sind wir wieder bei der Batterie plus zwei kurze Kabelstrippen 0,75 qm und wenn vorhanden zwei Kabelklemmen. Nur wer hat zu Hause schon eine 6 Volt Batterie? Aber eine 4,5 Volt bzw. 9 Volt Flachbatterie finde ich an jeder Batteriewand. Hier sollte auf die Polung geachtet werden. Einige Scheinwerfer sind da penetrant und wollen ihr Plus und Minus optimal positioniert haben. Sie melden sich beim an klemmen. Licht kommt oder Licht kommt nicht.

In der Zwischenzeit verwende ich ein einstellbares Netzteil. Richtig, aus dem Baumarkt.

Lux & Lumen

Was sollen mir Laie diese Angaben sagen? Sie sagen mir nichts. Was ist was? Der eine Hersteller sagt sein Scheinwerfer hat 70 Lux, der Wettbewerber behauptet schein Scheinwerfer bringe 3.000 Lumen. Dabei soll doch ein Lux einem Lumen pro Quadratmeter entsprechen. Hilfe, was wollen die von mir?

Lumen ist der Lichtstrom der von einer Lampe in alle Richtungen ausgesendet wird. Also das komplette Licht, welches nach allen Richtungen abgestrahlt wird.

Das interessiert mich gar nicht. Mein Licht soll zielgerichtet auf die Fahrbahn gehen und nicht die Häuser am Straßenrad beleuchten. Das sollen die Eigentümer gefälligst selbst erledigen.

Lux ist die Beleuchtungsstärke und damit eine Maßeinheit, die die Menge des Lichtes beschreibt, welches auf einer bestimmten Fläche auftrifft.

Viel Licht, auf viel Fläche ist das was ich haben möchte. Und als Abfallprodukt eine treffende Bezeichnung, so wie das gute alte Watt.

Welche Aussage für mich, als Anwender, verwendbarer ist, möchte ich hier als elektrischer Laie, einmal vorstellen.

Im Netz fand ich diverse Umrechner, die wieder Angaben haben wollen die ich nicht weiß. Also Abstrahlwinkel auf 20° und Abstand auf 10 m gesetzt und rein mit den Parametern Lux bzw. Lumen. Warum habe ich 20 Grad Abstrahlwinkel und 10 Meter Distanz gewählt. Sie ergeben sich aus den Vorgaben zum Einstellen eines Fahrradscheinwerfers. Betrachtet man die Vorgaben im Fahrbetrieb, 5 m Abstand bei halber Montagehöhe, führt bei 10 m Abstand zu null Montagehöhe. Der Abstrahlwinkel von 20° führt zu 3,4 m Leuchtbreite. In etwa eine Fahrbahnbreite. Die Winkelfunktionen lassen grüßen.

sin (20°/2) x 10 m = 1,70 m = 3,40 Lichtbreite

sin (20°) = 0,34

Der Umrechner zeigte mir dann, dass der Abstrahlwinkel einen entscheidenden Einfluss auf Lumen und Lux hat. Bei konstanten Lumen wird je nach Winkel die Lux massiv beeinflusst.

10 m 20° 3000 lm = 314 lx
10 m 10° 3000 lm = 1254 lx

Im Umkehrfall wären dann

40 lx 10 m 20° = 382 lm
90 lx 10 m 20° = 859 lm

Lumen ist für mich ohne Aussage denn dann müsste ein Billigscheinwerfer aus dem Baumarkt mit 3000 lm ein Lichtfeld oder für mich eine Fahrbahnbeleuchtung haben die zwei- bis dreimal besser wäre als der teuerste Scheinwerfer von BuM (Busch & Müller).

Lux ist ebenfalls irreführend. Lux gibt mir keine Angabe zur Helligkeit der ausgeleuchteten Fläche.

Um die Frage von oben zu beantworten: "Welche lichttechnische Angabe ist für mich als Anwender verwendbarer." - Keine! Warum nicht, ich habe keinen Referenzwert an dem ich mich orientieren kann. Bei lupine.de erhielt ich dann ein kleines "Aha".

1500 Lumen = 15 Watt
5000 Lumen = 45 Watt
270 Lumen = 2 Watt

Jetzt brauche ich nur noch einen Rechenfaktor (gibt es bestimmt) oder eine Tabelle in der für mich diese Werte gegenüberstehen.

Ich will nicht abstreiten, dass die Angaben in Lumen für den Hersteller wichtig sind. Er konzipiert danach seinen Reflektor und das Scheinwerferglas. Hier liegt die Kunst, aus einer LED eine gute Fahrbahnbeleuchtung zu erreichen. Entscheidend für einen Scheinwerfer ist das Lichtfeld, das auf der Fahrbahn erzeugt wird. Die Weite, die Breite, die Intensität, die Gleichmäßigkeit und die Hell-Dunkel-Grenze ergeben ein Gesamtbild.

Einige Hersteller werben mit Referenzfotos zu ihren Scheinwerfern und stellen erstaunliche Ergebnisse dar. Genau hinsehen, ganz genau braucht man noch nicht mal, und ihr seht die vorbildliche Tätigkeit eines Werbefotografen.

Dynamo

Der Dynamo, die Lichtmaschine des Fahrrades, die Grundlage der gesamten Stromversorgung. Für mich ein Gebrauchsgegenstand über den ich mir eigentlich, wie auch viele andere Radfahrer, keinen großen Gedanken mache. Er wird erst als störend bemerkt wenn er am Reifengummi anliegt, eigenartige Geräusche von sich gibt und mein Vorwärtsstreben unangenehm behindert.

Da sind wir wieder bei der Frage, was ist das leistungsfähige Model bei einem optimalen Preis?

Wie auch bei manch anderen Produkten habe ich da so meine Bedenken ob nicht einige Produkte vom Vertrieb über den grünen Klee gelobt werden.

Nehmen wir wieder den subjektiven Eindruck in der Anwendung. Ich fahre einen teuren SON und meine Partnerin ein Billigprodukt aus dem Angelzubehör, sprich von Shimano. Beim gleichen Scheinwerfer ist ihre Standlichtfunktion nach einer Radumdrehung und meine erst nach einigen zig Umdrehungen aktiv? Kommt bei ihr der Strom schneller in den Kondensator als bei mir oder woran liegt das? Also eine verwertbare, einleuchtende und verständliche Erklärung habe ich bisher noch nicht erhalten. Den Unterschied merke ich erst beim drehen des Vorderrades. Eduard sein Rad rollt verhältnismäßig ruhig. Beim Rad meiner Partnerin fühle ich jeden einzelnen Magneten. Den Seitenläufer lasse ich außen vor. Das diese 100jährige Technologie fast unverändert angeboten wird ist mir ein Rätsel.

Magnic Light

Was mir gefallen könnte wäre ein Dynamo wie Magnic Light ihn in seinen Lampen verbaut.

Magnic Light ist ein berührungsloses, dynamobetriebenes Beleuchtungssystem ohne zusätzliche Komponenten an den Rädern. Die Energie zur Stromerzeugung wird berührungslos aus der rotierenden Felge auf Wirbelstrombasis unter Verwendung starker Magnete erzeugt. Diese Technik ist eine Fahrradbeleuchtung, die ohne Batterien und externe Kabel auskommt, jedoch durch ihren enormen Wirkungsgrad das Gefühl einer starken Batterielampe vermittelt, die das Rad nur minimal abbremst. - So aus der Werbetrommel des Hersteller übernommen.

Da haben wir es, ohne externe Kabel, ohne Berührungskontakt, mit geringen Reibungsverlusten. Mein Bauch sagt mir, dass könnte und müsste was werden. Zu meinem Bedauern bilden der Dynamo und der Scheinwerfer eine Einheit. Damit ist das System als Ersatz für meinen Dynamo gestorben, ich habe eine Lampe, ich brauche eine leistungsfähige Lichtmaschine.

Befestigung

Nicht nur der Scheinwerfer sondern auch der Befestigungspunkt am Rad ist mit ausschlaggebend. Je höher oder tiefer der Scheinwerfer montiert ist, umso mehr wird der ausgeleuchtete Bereich vor dem Rad beeinflusst.

Aus technischen Gründen, Lenkertasche, Vorderrad- Träger, Zugführung und so weiter und so weiter, haben wir immer ein Problem den Scheinwerfer an der optimalen, hohen Stelle zu montieren. Vom Hersteller her wird ein Blech bzw. Drahtbügel in diversen Längen, zur unteren Montage an der Vorderradgabel mitgeliefert. Im Zubehör gibt es diverse Halterungen, teilweise zu einem Preis der mich an den Verkaufswillen zweifeln lässt, zur Befestigung am Steuerkopf, Lenker oder direkt neben dem Rad an der Radgabel. Solange wir die 1200 mm maximale Anbauhöhe nicht überschreiten sind wir hier völlig flexibel. Pustekuchen, wir haben auch noch andere Ausrüstungsgegenstände die uns die schönsten Positionen versperren. Das Dumme, bei Überlandfahrten, außerhalb geschlossener Ortschaften, habe ich gerne ein langes, breites Beleuchtungsfeld um rechtzeitig z.B. Wegekreuzungen zu erkennen. Im Wald und in der Stadt habe ich lieber ein kürzeres Beleuchtungsfeld um eine Baumwurzel oder Glasscherben zu erkennen. Daher tangiere ich dort zu einer anderen Position. Welche davon die richtige ist hängt wieder vom Lichtaustritt ab. Meine Partnerin fährt da einen Scheinwerfer der mir diesen Wunsch erfüllt.

Und schon wieder aus dem Hause BuM, der FLY. Ein Scheinwerfer, beim dem die Leuchtweite einfach reguliert werden kann, denn der Scheinwerferkopf ist per Hand und ohne Werkzeug verstellbar und rastet in drei Position ein. Leider ist er formtechnisch wieder so unglücklich, dass er mit den Brems- und Schaltzügen kollidiert.

Nahfeldlicht

Die Vorbauposition am Rad ist ein Aspekt der das schöne "Nahfeldlicht" massiv beeinflusst. Was nützt es mir, wenn mitten im Lichtfeld mein Vorderrad einen unübersehbaren, ellenlangen Schatten wirft und direkt neben meinem Vorderrad benötige ich kein Licht sondern unmittelbar davor, ohne schwarzen Streifen. Um diese Funktion zu nutzen müsste mein Scheinwerfer extrem weit über oder besser noch vor dem Vorderrad montiert werden. Damit liegt der Scheinwerfer wieder im Schmutzbereich des Laufrades. Ich kann mich drehen und wenden wie ich will, das Optimale werde ich nicht erreichen und die Unart mit den Stirnlampen kommt für mich nicht in Frage.

Auch hier beißt sich die Katze gerade in ihren eigenen Schwanz. Siehe Punkt Befestigung.

Tagfahrlicht

Manche Lampenhersteller sind in meinen Augen über  das Ziel hinausgeschossen. Steuerung der Lampenfunktion mit einem Sensor. Gerade in der Stadt ist der Radfahrer häufig gezwungen entgegen der Fahrtrichtung den Blechbüchsen direkt entgegen zu rollen. Das auf den Sensor einwirkende Scheinwerferlicht soll/hat zwar eine Verzögerung um dieser Blendung entgegen zu steuern, nur wir das alles den Anforderungen gerecht? Leider hat mich mein Scheinwerfer schon einige Male damit überrascht dass er auf das Gegenlicht reagierte und vom Fahrlicht auf das Tagfahrlicht schaltete.

Bremslicht

Ein Bremslicht im Rücklicht. Also ich achte beim Radfahren auf alles aber nicht auf das Rücklicht meines Vordermannes. Bei den Blechbüchsen ist das Bremslicht bis zu viermal heller als das normale Rücklicht und wird durch einen Kontakt ausgelöst. Das geht mir ins Auge. Der Berühmte, innovative Hersteller aus dem Sauerland versucht dies über die Strommenge zu erkennen und lässt sein Rücklicht einige Sekunden heller aufleuchten. Ich wollte meinem Nachbarn etwas Gutes tun und riet ihm zu diesem Produkt, um zu erkennen dass es längst nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Es funktioniert, ich nehme es nur nicht als Bremslicht wahr.

Batterieleuchte

In diesem Block bin ich bewusst an den Batterieleuchten vorbeigegangen. Dank der Novellierung der Straßenverkehrszulassungsordnung 2013 hat nun auch Otto Normalverbraucher die Möglichkeit mit einer "Taschenlampe" seinen Fahrweg zu beleuchten, oder auch nicht. Meistens nicht, da Batterie leer oder Lampe weg. Dynamo, Lampe vorn, Lampe hinten fest verdrahtet und verschraubt. Funktioniert und kann nicht liegen bleiben.

Fahrtrichtungsanzeiger

Ein Jugendtraum! Mein Fahrrad hat Blinker und ich brauche nicht mehr die Hand raushalten. 50 Jahre hat es gedauert, bis sich der Gesetzgeber halbwegs abschließend mit diesem Thema auseinander setzte, wenn er überhaupt an so eine Lösung zwischenzeitlich gedacht hat? 2017 war der Durchbruch. An mehrspurigen Fahrrädern wie Rikschas, Lastenrädern und Anhänger mit mehr als 1 Meter Breite sind Fahrtrichtungsanzeiger gestattet. Jetzt kommt die Erziehung der Blechbüchsenbesitzer die sich mit dieser neuen Gegebenheit beschäftigen müssen. "Halt die Hand raus du Idiot!" höre ich sie schon brüllen.

Dafür hat sich ein findiger Bastler schon Gedanken gemacht und Handschuhe mit integrierten Blinker entwickelt. Die Handhabung ist gewöhnungsbedürftig aber funktionell.

Fahrradblinker als Handschuh

Fazit

Es gibt für jeden Nutzer und für jeden Fall die ideale Beleuchtung am Fahrrad. Leider gibt es auch hier Produzenten die über ihr Marketing den Markt unterdrücken und damit innovativen Produkten kaum eine Chance lassen. Die Händler sind da außen vor. Die vertreiben im guten Glauben es richtig zu machen, dass was sie in ihren Verkaufsräumen bevorraten.

Nun ist ein guter Scheinwerfer auch nicht aus der Kaffeekasse zu bezahlen und ich kann mir nicht alle auf Lager legen. Irgendwann habe ich mich entschieden und fahre den BuM Lumotec IQ2 Luxos U Front Light - 179ULSR jetzt den dritten Winter. Soweit bin ich zufrieden, wenn die Jokefunktion nicht wäre. Flutlicht, mir blauer Kontrolle, Zuschaltung von 70 auf 90 Lux. Ich nehme die Veränderung optisch nicht wahr. 20 Lux sind eigentlich nichts. Wenn der Scheinwerfer richtig aufblenden würde, so wie die zweite Glühwendel im Scheinwerfer der Blechbüchse und ich damit ein Fernlicht hätte, dann okay. Aber so ist es für mich eine Jokefunktion.

Die Möglichkeit des USB- Anschlusses ist das Highlight, aber unbedingt ganzjährig notwendig? Ich finde nicht. Dazu gibt es funktionellere, saisonbedingt verwendbare Einrichtungen auf dem Markt. Vom preiswerten Forumsmodul, über Kemo M172N bis hin zum Supernova PLUG oder dem BuM E- Werk zzgl. dem (extrem teuren) Pufferakku. Traurig für das Qualitätsunternehmen ist der Lieferumfang beim Lumotec IQ2 Luxos U. Mit den Bestellnummern 461 KMi N und 461 KMi C können aus dem E- Werk die  USB- Kabel Mini und Micro nachbestellt werden. Warum ist nur ein USB 2 Adapter dabei?

An einem meiner Zweiträder fahre ich den BuM Lumotec IQ2 Eyc T Senso Plus LED Scheinwerfer 50 Lux mit einem einfachen Seitendynamo. Wenn ich ehrlich bin, gefällt mir seine Ausleuchtung erheblich besser als von seinem großen, dreifach teuren Bruder. Insbesondere die extrem Augen- und montagefreundliche Größe ist bei der Leistung und dem Preis ein unschlagbares Argument.

An meiner Stadtgurke, auch über einen Seitendynamo betrieben, habe ich eine Billigfunzel aus dem Baumarkt. Irgendwas mit Secu Sport von Büchel. Okay, das Licht ist nicht so gleichmäßig, die Ränder haben eine große Grauzone. Der Nahbereich ist lächerlich, dafür wird mein Vorderrad nicht beleuchtet. Die Scheinwerfer reicht im Stadtverkehr vollkommen aus und der Preis für 18,00 Euro inkl. Standlichtfunktion? Unschlagbar!

Hier also mein Aufruf an die Ingenieure.

Hallo Ihr Entwickler; Ich hätte gerne einen Dynamo ohne Reibungswiderstand mit 6 Volt und mehr als 3 Watt, erheblich mehr als 3 Watt, viel mehr, viel, viel mehr als 3 Watt. Ich hätte gerne einen zeitgemäßen Dynamo!

Löst euch endlich von der Scheuklappenmentalität der Gesetzgebung aus dem letzen Jahrhundert. Mir ist nicht bekannt, dass die Blechbüchsen eine Kapazitätsbegrenzung für ihr Kraftwerk haben.

Was mir beim besten Willen nicht in den Kopf geht ist die massenhafte Vielfalt, selbst bei einem Hersteller wie Trelock, BuM, Büchel, ABUS und was noch so da kreucht und fleucht.

Warum forsten die Hersteller nicht mal ihre Produktpalette durch und konfigurieren aus ihrer gesamten Vielfalt einen, eventuell zwei Varianten und die sind dann nicht markt- sondern anforderungsgerecht? Ich denke da an Asymmetrie und echtes Fernlicht!

Warum wird das nicht gemacht? Ich weis es nicht, ich vermute; Angebot für Jedermann und jeden Geldbeutel ist der Slogan des Marketings.

Mein Slogan wäre: "Habe ich ein markttaugliches Produkt, brauche ich den Wettbewerb nicht fürchten!"