der mit dem Rad
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Anhänger

- Wagen der an ein Fahrzeug angehängt wird!

- An einer Kette getragener Schmuck!

Wir widmen uns dem Wagen der an ein Fahrzeug angehängt wird, dem Fahrradanhänger, einem Hilfsmittel zum Transport von Lasten mittels einem Fahrrad. Solche Anhänger haben den Zweck, die Transportkapazität von Fahrrädern weiter zu erhöhen als es mittels Gepäckträgern und Packtaschen möglich ist. Es gibt eine große unermessliche Vielfalt von Typen, die sich Fahrradanhänger nennen. Neben industriell gebauten Fahrradanhängern existieren viele Formen von im Eigenbau oder individuell gefertigten Anhängern. Wir treffen da auf die exotischen Ausführungen.

Neben dem klassischen Lastenanhänger mit Hochdeichsel und Doppelrad gibt es noch diverse Anhänger mit Seitendeichel, für Kinder, Hunde oder Sperrmüll. Und natürlich den Einradanhänger als starre Bauform, als Klappkiste, als Einzelrad, als Nachläufer. Alle haben die gleiche Aufgabe, das Fahren mit dem Fahrrad zu erschweren!

Auch wenn es im ersten Moment elegant aussieht sind es dennoch mindestens 8 kg oder mehr, die als Leergewicht mitgezogen und vor allem auch gebremst werden müssen. Weiter verführt das Platzangebot zu einem erhöhten Transportaufkommen und damit zu mehr Plörren die eigentlich nicht gebraucht werden.

Fahrverhalten

Das Fahrverhalten mit Anhänger ändert sich dramatisch.

Doppelrad mit Mittel- Hochachse: Der Hänger hat das Bestreben sich in Kurven schneller auf die Seite zu legen als die Bremse gezogen ist.

Doppelrad mit Seitenachse: Fahrerisch unproblematischer, bis zur nächsten Stolperstelle oder engen Kurve und schon liegt das Rad auf der Straße, der Hänger bleibt meistens stehen.

Einzelradanhänger: Solange es geradeaus geht kein Problem auch in Kurven liegt der Hänger in der Spur. Unebenheiten lassen ihn gewaltig springen aber beim Rangieren, Abstellen, Anhängen, ist viel Gefühl vonnöten. Dank seiner Bauform neigt der Hänger gerne dazu das stehende Rad mit auf die Seite zu legen.

Ich fuhr einige Zeit den BOB YAK und kann mich ärgern dass ich ihn abgab. Der momentan im Einsatz befindliche Queridoo, baugleich mit M-Wave oder Yahee  ist dank seines Klappmechanismus nicht so verwindungssteif wie der BOB und neigt zur Eigendynamik. Auch das Rangieren von Hand ist mit der geteilten Deichsel nicht ganz ohne. Da hilft nur noch ein Griff aus der Bastelkiste.

Basteltip

Da die Duplikate des BOB gerne eine geteilte Zuggabel verwenden, besteht beim Handtransport das Ärgernis der eingeklemmten Finger. Einmal und nie wieder!

Ein Stück 10 x 1 Kupferrohr (lag gerade im Keller rum), dazu 8 mm Rundalu, beidseitig M8 Gewinde aufgeschnitten und alles zusammengeschraubt. Den Griff in die Achsaufnahme des Hängers eingesetzt und das lästige Herumschlagen der Deichselteile ist Geschichte.

Technische Ausführung

Wenn jetzt jemand meint, sein verwendeter Anhänger wäre sicher so täuscht er sich gewaltig. Es gibt keine Zulassungsauflage bzw. Bauartprüfung für Fahrradanhänger jeglicher Art. Der Rheinisch-Westfälische-Technische Überwachungs-Verein (RWTÜV) hat mal einen Alleingang versucht. Zu häufig wurde der Begriff "sollte" und nicht "muss" verwendet, da kann einer nur auf die Nase fallen. Eigentlich traurig in unserem doch so preußisch orientierten Gesetzesdschungel. Die Österreicher sind da weiter. - Verordnung der Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie über Fahrräder, Fahrradanhänger und zugehörige Ausrüstungsgegenstände (Fahrradverordnung).

Die Stiftung Warentest hat sich im Mai 2010 letztmalig an das Thema herangewagt. Ein erschreckendes Ergebnis, erschreckend!

1 x gut (zweifel ich an wegen Beleuchtung und Bremse)

5 x befriedigend (zweifel ich an wegen Beleuchtung und Bremse)

4 x mangelhaft

Mit der Novellierung der STVZO 2017 sind auch die Anforderungen an einen Fahrradanhänger einerseits gestiegen, andererseits, weiterhin halbherzig, festgelegt.

Als erstes die Dimensionen:

Lange habe ich nach Vorgaben zu den Abmessungen für Fahrradanhänger gesucht und bin nicht so richtig fündig geworden.

Auch da ist der RWTÜV vorgeprescht und hat als maximale Dimension festgelegt:

Breite 1,00 m
Höhe 1,40 m
Länge 2,00 m (zum Transport von Sportgeräten: Länge 4,00 m)

Die lichttechnische Vorgabe (§67a) für Fahrradanhänger spricht (2017) auch von Anhänger mit mehr als 1,00 m Breite, beißt sich irgendwie?

Also im § 32 der STVZO steht zum Fahrradanhänger nichts. Nehme ich die Vorgaben für Krafträder bin ich zwar auch bei 1,00 m Breite aber 12,00 m Länge und 4,00 m Höhe. Da ist einer gefordert Herr/Frau ADFC und BMVI!

Und dann mal die Industrie und der Handel. Angaben der Abmessung des angebotenen Anhängers, sind die immer richtig? Geschätzt jedenfalls!

Die Gesamtlänge beginnt am äußersten Punkt hinten und endet am Ende der Deichsel. Die Gesamtlänge des Gespannes ist was anderes.

Und  die Breite beinhaltet die Laufräder inkl. Radlaufschutz und Achsaufnahme auf beiden Seiten. Wenn ich dann lese, dass die mitgelieferte Tasche 3 cm breiter als der Anhänger ist, dann hat da einer wohl falsch gemessen. Da nützt auch nicht die Angabe ca. (cirka, eventuelle, annähernd).

Größe: ca. 150 x 44 x 44 cm (L x B x H)
Tasche: ca. 76 x 47 x 27 cm (L x B x H)

Bremse

Zulässige Gesamtmasse für ungebremste Anhänger 40 kg, für gebremste Anhänger 80 kg. Auch da eine Frage an die Hersteller. Wenn der ungebremste Kinderanhänger fahrfertig 17 kg wiegt, wie kann dann die Zuladung 50 kg betragen? Wenn ich noch rechnen kann wären das maximal 23 kg bis die zulässige Gesamtmasse für ungebremste Anhänger erreicht ist. 40kg - 17kg = 23 kg

Es gibt schon Versuche einen Fahrradanhänger mit einer eigenständigen Bremse zu versehen. Positive, technisch verwertbare Lösungen habe ich bisher nicht gefunden. Als Feststellbremse ja, als Auflaufbremse? Nada! Es soll da eine Bremse geben, die über die Abbremsung des Rades am Anhänger diesen zum stehen bringt. Die Bremse selbst befindet sich an der Deichsel und wird über eine Hydraulik angetrieben. Das will ich live und in Farbe sehen.

Beleuchtung

"StVO-zugelassen bei Nachrüstung eines zugelassenen Rücklichtes."

Dieser Satz bringt mich auf mein Lieblingsplätzchen, auf die Palme. Beleuchtung ist eine Sicherheitseinrichtung und sollte vom Produzenten in der Konstruktion mit eingeplant werden. Die Verantwortung auf den Endverbraucher zu schieben ist einfach unverantwortlich. Wer kauft sich denn eine Blechbüchse wo er selber noch Hand anlegen muss um eine Zulassung zu erwirken? Das erwarten wir einfach, auch von den Produzenten für Fahrradanhänger. Nachrüsten mit einer wackeligen Batteriefunzel nach Ermessen des Anwenders? Es ist ein Armutszeugnis der Industrie!

Zu diesem abendfüllenden Thema habe ich mich hier ausgiebig ausgelassen. ->Anhängerbeleuchtung

Selbstbau

Mit dem Begriff "Fahrradanhänger selber bauen" finden wir im WWW die tollsten Ideen. In mancher Beziehung erheblich stabiler als das was am Markt angeboten wird. Häufig auch recht abenteuerlich, wie die 2001/08 in der Zeitschrift "Selbst ist der Mann"  veröffentliche Bauanleitung zum Selbstbau eines Anhängers.

Ich finde es mutig, Wasserrohre verschraubt, Tischlerplatte mit billig Schrauben!

Was die Heimwerker häufig aus dem Bauch heraus entscheiden sind Materialfestigkeit und Materialgüte, Auslegung der Schraubverbindungen, Ausführung der Schweißnähte, Biegesteifigkeit, Personenschutz, Verkehrssicherheit, etc. Wenn es dann knallt und zur Begutachtung der Ausführung durch Sachverständige kommt, sind der Weg zur persönlichen Insolvenz und das nachfolgende Wehklagen unendlich. "Hätte, hätte, Fahrradkette!"

Klar, auch ich habe und betreibe so manches mal Kapriolen wo ich im Nachhinein Asche auf mein Haupt streuen musste. Auch habe ich bei jedem Tipp, der mit Selbstbau verknüpft ist, meine eigenen Bedenken. Daher nochmals hier, wie auch an vielen anderen Stellen auf dieser Homepage. "Alle meine übernommenen Vorschläge geschehen ausdrücklich aus eigener Verantwortung des Anwenders. Ich lehne jegliche Haftung ab."

Fazit

"Hilf dir selbst, dann hilft dir Zeus!"

 

fahrradanhaenger-direkt.de